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Dienstag, 28. Dezember 2010

Handkommunion verboten?

Eine interessante Entwicklung [wenn es denn wahr ist!], im Petersdom ist die Handkommunion verboten worden, beziehungsweise der Indult zur Handkommunion aufgehoben worden. Was kaum noch ein Katholik weiß, die Handkommunion ist ja lediglich eine erlaubte Ausnahme, die Mundkommunion dagegen die reguläre Form des Kommunionempfangs und diese reguläre Form soll in Zukunft die einzige Form der Spendung der hl. Eucharistie im Petersdom darstellen.

Es ist nun so, dass wohl kaum etwas anderes Katholiken so sehr erbitterten kann, wie eine 'erzwungene' Mundkommunion. Beispielhaft dafür etwa hier ein sehr emotionaler Beitrag aus einem Blog. Der Beitrag von CICERO halte ich für ausgezeichnet, weil er die Empörung über die Behauptung, die Handkommunion "mindere den Glauben an die Realpräsenz oder senke die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten" und so weiter sehr klar in Worte fast. [Ob es sich nun wirklich so verhält oder nicht, möchte ich jetzt mal offen lassen].

Halten wir zuerst einmal fest, Hand.- wie Mundkommunion sind in der ordentlichen Form der hl.Messe gültige Formen des Kommunionempfangs und Christus Jesus ist in jeder gewandelten Hostie leibhaftig vorhanden, egal ob man ihn mit dem Mund ehrfürchtig auf den Knien empfängt, oder ihn sich im Stehen auf die Hand legen lässt. Das ändert nichts an der Gegenwart von IHM.

Bei mir war es so, dass ich nach langem inneren Kämpfen für mich beschlossen habe, die Kommunion nur kniend in den Mund zu empfangen und nachdem ich kurz darauf ein Gespräch in der Sakristei mitbekommen habe, wo der Priester sich einem Kommunionshelfer offen zu seinem Ekel vor dieser Form der Spendung bekannt hat, habe ich in meiner 'alten' Gemeinde nie wieder die Kommunion genommen. Ich gebe zu, das war falsch. Und zwar weil ich aus den falschen Gründen so gehandelt habe.

Zu der Zeit hatte ich lange im Herzen darüber meditiert, was es eigentlich bedeutet, dass wir Christus Jesus leibhaftig begegnen und ihn in uns aufnehmen dürfen. Vor lauter Skrupel, das ich dem eigentlich gar nicht würdig bin, war ich damals lange Zeit gar nicht mehr zu Kommunion gegangen. Darüber hat mir dann ein orthodoxer Mönch hinweggeholfen, als er einmal zu mir gesagt hat, dass wir _niemals_ würdig sind, IHN zu empfangen und diese Skrupel sozusagen ein Teil unseres Sündenstolzes sind. Der HERR ist als Arzt zu uns Kranken geschickt worden, wollten wir drauf warten ihm zu empfangen bis wir gesundet sind, kann er uns nie helfen.

Daraufhin bin ich wieder zur Kommunion gegangen, aber in einer aus meiner Sicht bewussteren und eindeutigeren Form und da hat sich für mich der Empfang des hl. Messopfers auf den Knien im Mund einfach organisch und 'richtig' angefühlt. Ich war glücklich, nach einer längeren Krise einen Ausdruck für mich gefunden zu haben, was meinen Glauben an die reale Gegenwart von IHM fasst. Und aus diesem Glück bin ich da schon ein paar Tage später aufgewacht, als wie gesagt ein Priester die Mundkommunion mit ziemlich drastischen Worten aus seiner Sicht als eklig & unhygienisch bezeichnet hat.

Ich muss zugeben, dass hat mich in meinem zartesten Punkt zutiefst verletzt und ich habe lange gebraucht, bis ich über diese Verletzung und was daraus alles folgte, in einer Beichte sprechen konnte. Ich bin ja davon überzeugt, der HERR will von uns nicht die Mundkommunion, sondern das wir seine Liebe erwidern und wenn die Mundkommunion zwischen uns und seiner Liebe steht, dann ist das nicht gut. Für mich war's nun so, dass die Mundkommunion mich innerhalb kürzester Zeit in meiner alten Gemeinde zum Außenseiter gemacht hat und dann ist noch dieses & jenes passiert und dann war ich draußen. Nach meiner Erfahrung provoziert die Mundkommunion -ob man das will oder nicht- die Mitchristen bis auf's Blut. Ich wollte ehrlich gesagt nicht provozieren, sondern nur einen Ausdruck für meinen neu gewonnen Glauben finden und weil ich irgendwann keine Lust mehr hatte, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, bin ich wo hingegangen, wo die Mundkommunion nicht für eklig gehalten wird.

Nur: Was ich gemacht habe, habe ich aus Stolz getan und nicht aus Demut und damit war's falsch. Wäre ich von Herzen demütig gewesen, hätte ich weiterhin die Handkommunion genommen und gerade das als Teil meiner Demut vor ihm begreifen können. So stellt sich das zumindest jetzt für mich dar. Genauso wie die Handkommunion in vielen Fällen nur einen falschen Christenstolz darüber ausdrückt, dass wir den HERRN stehend freihändig uns nehmen dürfen, genauso war's für mich mit der Mundkommunion, die ich allein aus Stolz vor meiner angeblichen Demut so gemacht habe.

Seit mir das klar ist, wäre ich zwischenzeitlich gar nicht mehr zur Kommunion gegangen, bis ich die Lösung in der außerordentlichen Form der hl. Messe gefunden habe - weil es dort ja den Indult zur Handkommunion nie gegeben hat. Als ich diese Form für mich entdeckt habe, war's fast wie eine Erlösung für mich, weil ich endlich tuen konnte, was ich eh schon die ganze Zeit tun wollte und mich nur nie getraut habe und mir dabei total doof vorkommen bin, als einziger vor IHM in die Knie zu gehen.

[Und für die Demut gehe ich inzwischen ab & zu in die regulär hl. Messe und Empfange dort SEINEN Leib auf die Hand um mich nicht zu sehr in dem Gefühl der Rechtgläubigkeit zu suhlen ...]

1 Kommentar:

vaticanus hat gesagt…

Schöner Text, der mich auch sehr berührt: Es fragen zu wenige, warum Gläubige plötzlich zur Mundkommunion "umschwenken". Ging mir genau so und daher habe ich deinen Text zum Anlass genommen, mal über meine Motivation bzw. meinen Weg zur Mundkommunion nachzudenken. Danke!

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