Seiten

Mittwoch, 15. Juni 2011

10.000


Wow, die Traffic!

Mir fällt seit einigen Tagen etwas seltsames auf: Die Traffic auf meiner Seite hat sich verdoppelt ... ähm was sage ich denn, verdreifacht! Mindestens. 

Ich habe viel rumgerätselt woran das liegen könnte und nachdem ich rausgefunden habe, dass es sich dabei um wirkliche Besucher handelt und nicht nur um Clicks von irgendeiner Maschine und ich mir das eigentlich nicht erklären konnte, weil ich die letzte Zeit vor lauter Arbeit nicht viel zum posten gekommen bin, ist mir dann heute Nachmittag eingefallen, etwas hat sich doch geändert und seit genau diesem Zeitpunkt ist der Traffic auf meinem Blog angewachsen, ich habe nämlich ein eigenes Favicon.

Ein Favicon ist ein kleines, 16×16px großes Symbol, das oben in der Tableiste links vom Seiten-Namen angezeigt wird. Wer mal auf die Tableiste schaut, sieht dort ein kleines gelb-weißes Symbol, die Vatikanflagge, mein Favicon.

Die meisten benützen ja das Blogger Favicon  und ich kann's mir nur so erklären, wenn auf einer Seite ganze viele Blogger-Blogs verlinkt sind, dann hat der einzige Blog im vatikanischen Gelb-Weiß eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den katholischen Leser und schon landen die alle auf meiner Seite :=). Oder so ähnlich. Irgendeine Erklärung muss es auf jeden Fall geben und seit ich das Favicon gewechselt habe, hat der Traffic zugenommen wie sonst was. Kleine Ursache, große Auswirkung, ich sage Danke!

Morgen wird der 10.000 Seitenaufruf auf diese Seite kommen und allen katholischen Bloggern, Lesern und Leuten, die hier eigentlich etwas ganz anderes gesucht haben, ein ganz herzliches Dankeschön. Ich mag die katholische Bloggospähre und ich find's einen guten, spannenden & wohltuenden Ort an dem ich mich wohlfühle ... und wenn ich meinen kleinen Teil dazu beitrage, dass dies so weiter geht, dann langt mir das schon. Auf die nächsten 10.000 Seitenaufrufe ....

Montag, 13. Juni 2011

Erster christlicher Abgeordneter im türkischen Parlament seit 1960!

Der Anwalt Erol Dora, ein Mitglied der aramäisch sprechenden syrisch-orthodoxen Christen aus der südöstliche Türkei, ist als erster Christ seit 1960 in das türkische Parlament gewählt worden! Der HErr segne seine Arbeit, das die dortigen Christen einen Hoffnungsschimmer & Zukunft haben und nicht vollständig vertrieben werden.

Dienstag, 7. Juni 2011

Repressive Toleranz

Zwei Meldungen, zuerst von vorgestern:

"Es liegt Zauber in der Luft"

und vor einem Jahr:

Streit wegen Kaplan spaltet Pfarrgemeinde

Eine typische Haltung für den 'liberalen' Flügel der katholischen Kirche und ich hab's leider überall so erlebt, dass man zwar gegen alles und jedes tolerant' sprich gleichgültig oder zustimmend ist, nur was irgendwie nach traditioneller Verankerung im katholischen Glauben ausschaut, wird mit gnadenloser Härte weggemoppt.

Wetten, dass die Segnung dieser gleichgeschlechtlichen Gemeinschaft  durch Pfarrer Thomas Tauchert keinerlei Konsequenz für ihn hat? Kardinal Marx ist viel zu medienbewusst und hatte wohl kaum Lust, sich durch das örtliche 'liberale' Lügenblatt "SZ" wegmixan zu lassen ... und der ehemalige Kaplan von H.W. Tauchert macht sich wohl seine eigenen Gedanken, was die 'Toleranz' seines ehemaligen Dienstherren betrifft ...

Freitag, 3. Juni 2011

Akademische Bloggospähre

Bin gestern mal die katholischen Blogs durchgegangen und habe mich gefragt, gibt's eigentlich auch nicht-akademische katholische Blogger? Bei zwei oder drei war ich mir nicht sicher, der große Rest scheint imho über ein abgeschlossenes Studium zu verfügen oder zumindest ein solches anzustreben ... was sagt das eigentlich über die katholische Bloggospähre aus?

Mittwoch, 1. Juni 2011

Augsburger Kirchen: Galluskirchlein


Galluskirchlein bei St. Stephan

Galluskirchlein von innen

Das Galluskirchlein steht neben der Benediktinerabtei St. Stephan und ist die älteste erhaltene Kirche in Augsburg - die ursprüngliche Anlage stammt wohl aus spätrömischer Zeit. Unter dem unmittelbar daneben liegenden Kloster St. Stephan wird seit Ausgrabungen in den 60'igern Jahre das römische Forum vermutet; eine alte christliche Kirche am Zentrum des römischen Augsburgs hätte innere Logik.

Die heutige Gestallt der Kirche ist aus dem 9. Jhd. und soll nach Brand und Wiederaufbau 1051 von Papst Leo IX. in Anwesenheit Kaiser Heinrichs III. neu geweiht worden sein. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut, die jetzige Einrichtung stammt aus dem Jahr 1589. Die Kirche enthält unter anderem das Grab der Äbtissin Ellen, der Schwester des Bistumspatrons St. Ullrich.

Zuletzt wurde das Kirchlein 2002-2006 renoviert und ist am 16. Oktober 2006 vom damaligen Bischof S.E. Walter Mixa neu geweiht worden. Heute führt diese Kirche leider ein Schattendasein und ist fast immer abgeschlossen, die wenigsten Augsburger kennen sie noch, was schade ist, spielt sie doch in Augsburg eine bedeutende Rolle im katholischen Leben nach dem Krieg.

Dieses Kirchlein war nämlich in den letzten Kriegsjahren und nach '45 Ort, wo in Augsburg die liturgische Bewegung ihre ersten Gehversuche in der 'erneuerten' Liturgie gemacht hat. Oft wird ja behauptet, die neue Liturgie sei ein Kind des 2. Vatikanischen Konzils, was natürlich falsch ist. Die liturgischen Reformen worden Jahrzehnte vorher an Orten wie dem Galluskirchlein vorweggenommen. 

Es ist schwierig die Geschichte zu rekonstruieren, es war wohl so, dass während des Krieges ein Benediktinerpater aus der "Jugendbewegung" das Galluskirchlein zu einem liturgisches Zentrum für Erwachsene gemacht hat, die in den 20'iger und 30'iger Jahre im Quickborn und anderen Arbeitskreisen sozialisiert worden waren. Was sie dort in ihrer Jugend als Ideale gelernt haben, wollten sie nun als Erwachsene -unter anderem- in einer erneuerten Liturgie umsetzen. 

Ich mag kein pauschales Bashing der liturgischen Bewegung, aber die Beobachtung von Martin Mosebach, dass mit ihr das 'liturgisches basteln' in die Welt gekommen ist, sehe ich genauso. Ich habe Fotos von diesen Feiern gesehen, wo im Grunde alles vorweggenommen worden ist, was 35 Jahre später dann in der Messreform von S.H. Papst Paul VI. umgesetzt wurde - Mahltisch, Handkommunion, Zelebration verso populo und vieles mehr.

Man muss ehrlich sein und die Theorie, dass irgendwelche Schurken [etwa Erzbischof Annibale Bugnini] in ihrer Kammer eine Liturgiereform ausgebrütet hatten und diese in einem bedauerlichen Anfall von geistiger Umnachtung des damaligen hl. Vaters P6 auch durchsetzen konnten, ist schlicht und einfach falsch. Die liturgische 'Erneuerung' hat Jahrzehnte vorher begonnen und viele Kirchenleute, die heute um die 70 sind, sind schon als Jugendliche an Orten wie dem Galluskirchlein mit einer bestimmten 'kreativen' Vorstellung der katholischen hl. Messe geimpft worden.





Dienstag, 31. Mai 2011

Dein Angesicht, HErr, suche ich

Ich bin vor zwei Jahren zu Fuß rund tausend Kilometer von Deutschland nach Assisi gepilgert und seit einiger Zeit gibt es den kleine Traum in mir, diesen Weg noch a bisserl fortzusetzen. Über den Pilgerweg selber schreibe ich vielleicht noch ein andermal, auf jeden Fall ist es so, das der Volto Santo von Manoppello mit starker Sehnsucht in mir zieht. Gestern Abend saßen wir nun zu dritt zusammen und haben Pläne geschmiedet, ob und wie wir weiter gehen und in mir war das Wort aus Psalm 27:


Es spricht zu Dir mein Herz: Dein Angesicht suche ich.
Ja, Herr, Dein Angesicht will ich suchen.

Wenn es Motto über meinen Weg im katholischen Glauben gäbe, so wäre es wohl die Suche nach dem Angesicht das HErrn und der Volto Santo ist demnach wohl so etwas wie ein 'natürliches' Ziel für mich. Gestern Nacht war ich dann zu Hause und lese noch im Schott für den nächsten Sonntag und was finde ich als Introitus?

Exaudi, domine, vocem meam,  
qua clamavi ad te, alleluia:  
tibi dixit cor meum,  
quæsivi vultum tuum,  
vultum tuum domine requiram: ne avertas  
faciem tuam a me, alleluia, alleluia. -  


[Erhör mein Rufen, Herr, mit dem ich zu Dir flehe, Alleluia.
Es spricht zu Dir mein Herz: Dein Angesicht suche ich.
Ja, Herr, Dein Angesicht will ich suchen.
Dein Angesicht wende nicht hinweg von mir, Alleluia, Alleluia.]

Ich finde es seltsam & bemerkenswert und mir war das gar nicht bewusst, dass nächster Sonntag der 'Rosensonntag' ist, an dem wir im besonderen Maße aufgefordert sind, das Angesicht unseres HErrn zu suchen ... was schenkt uns der hl.Geist nicht manchmal für Zeichen, wenn wir fähig und willens sind, auf ihn zu horchen.

[Nachdem Blogger mich schon wieder eine Woche von meinem Dashboard ausgesperrt hat, bin ich langsam a bisserl unglücklich über Google ... wenn das hier so weiter geht, wechsle ich zu Wordpress. Heute ist mal wieder 'Friend-Connect' kapput, gestern habe ich mich zwar einloggen können, aber nicht veröffentlichen und so weiter und so weiter ...]

Donnerstag, 26. Mai 2011

Die Hauptsache ist, dass wir heilig werden!

Heute am 26. Mai feiert die katholische Kirche den Gedenktag des hl. Filippo Neri, einer meiner absoluten Lieblingsheiligen. Es sind weniger die vielen Anekdoten um sein heiteres & fröhliches Leben, die mich ihm so verbinden, als sein Streben nach der 'Einfachheit' des Geistes. 

Lasst uns nach der Reinheit des Herzens streben, 
da der Heilige Geist in einem offenen 
und einfachen Geist wohnt.

Ich verstehe gut was er meint. Wenn wir glauben würden an was wir glauben braucht's keine gewaltigen 'Strukturreformen', um den hl. Geist in der heiligen, apostolischen und katholischen Kirche wieder zum wehen zu bringen, sondern nur unsere einfache und unverstellte Liebe zu IHm. Die Lebensgeschichte des hl. Filippo Neri finde ich spannend zu lesen und es gibt auch einen italienischen Film aus den 80'igern, den ich irgendwann mal auf Youtube gesehen habe und leider nicht mehr finde ... dieser Content ist in ihrem Land leider nicht verfügbar ... egal. Darauf kommt's nicht an. Für diesen wunderbaren warmen -und für mich freien- Tag ist das auf jeden Fall ein passender Tagesheilige.




Freitag, 20. Mai 2011

Blogger is back!

Wow, eineinhalb Wochen nach dem Blogger-Absturz vom letzten Mittwoch wieder Zugriff auf's Dashboard! Ich bin begeistert! Blogger is back! [Scheinbar nur bei mir - bei anderen ging's schneller :=(]

Die Blogger-Admins haben die Tage vermutlich viele, viele Überstunden gemacht, um die Plattform stabil zu bekommen und auch wenn's für mich nervig war, an der Stelle vielen Dank an die unbekannten Techniker im Hintergrund. Ich mag Blogger und wie sie es geschafft haben, nach dem Totalzusammenbruch so 'nen Riesensystem mitsamt Backup wieder aufzuspielen, höchsten Respekt! 

Montag, 9. Mai 2011

Am Wasser

Doodle zum 1. Bloggertreffen der katholischen Bloggospähre

Phillip hat vorgeschlagen, ein deutschsprachiges Bloggertreffen der katholischen Bloggospähre zu organisieren. Eine hervorragende Idee.

Um mögliche Terminwünsche von so vielen potentiellen Teilnehmer im Vorfeld abzuklären, halte ich Doodle für ein sehr gutes Instrument, um in großen Gruppen einen Terminwunsch zu organisieren. Ich habe einen Doodle erstellt, um von allen Bloggern, die an einem solchen Treffen Interesse haben, die mögliche Termin-Wünsche abzugleichen.


Ich habe für den Anfang 18 mögliche Termine im Juni/Juli/September zur Auswahl gestellt. Von Ende Juli bis Anfang September habe ich keine Termine gesetzt, weil da erfahrungsgemäss wg. Familie und Urlaub so etwas sehr schlecht zu organisieren ist.

Wer an einem solchen Treffen Interesse hat, kann seinen Terminwunsch eintragen. Verbreitet den Doodle-Link doch auch bitte auf euren Blogs weiter, das wir für möglichst viele Blogger einen pasenden Zeitraum für so ein Treffen finden.



L.G. Oliver

Samstag, 7. Mai 2011

Burgstallkapelle zur Schmerzhaften Muttergottes

IMG_2361
IMG_2364

In der Nähe von Kissing an der Lechleite gibt es eine Motte, d.h eine Erdhügelburg, die im 17. Jhd. eine Marienwallfahrt bekommen hat, die bis in's 19.Jhd. von den Jesuiten betreut worden ist ... ja ja, das waren noch Zeiten, als die Jesuiten die Volksfrömmigkeit befeuert haben. 

Auf jeden Fall haben die Jesuiten auf einer der Erdhügel eine wunderbare Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes gebaut, die immer wieder erweitert und umgebaut worden ist und die bis heute im Mai noch eine kleine Wallfahrt besitzt. Gestern Abend durfte ich -nach einer harten Woche, die heute weitergeht- daran teilnehmen. Für mich war's sehr bewegend, hätte ruhig noch etwas länger dauern können, als eine halbe Stunde.

Es gibt unzählige solcher Orte, die es katholischerseits 'neu' zu entdecken gäbe und ich bin sehr dankbar, wieder einmal auf einen solche schönen Ort der Andacht gestoßen zu sein. Danke lieber Vater.

Dienstag, 3. Mai 2011

Kirchensteuerstreit, die nächste

Radio Vatican meldet, die gerichtliche Klärung um den 'Teilaustritt' aus der katholischen Kirche von Hartmut Zapp geht in die nächste Runde. Eine gute Nachricht.

Einem anderen wird das Thema vielleicht um den Schlaf bringen, dem war das Thema 'Kirchensteuer' und Verweigerung derselben gleich ein ganzer Fastenhirtenbrief wert. Armer Kardinal.

Über das Schweigen

Ich besuche seit etwa zwei Jahren regelmässig die hl. Messe im außerordentlichen Ritus bei der FSSP und was mir auffällt, auch dort wird -außer die Kanonstille- die Zeit der Stille immer weniger - nur singen, reden, singen, reden, Musik, Gesang, Predigt.

Montag, 2. Mai 2011

Bloggertreffen im Vatikan

Heute beginnt im Vatikan das 1. internationale Bloggertreffen mit 17 Teilnehmern aus deutschsprachigen Blogs. Die ersten Berichte, etwa hier und hier,  kommen bei mir schon per Feedreader rein und ich find's spannend die verschiedenen Perspektiven über ein und das gleiche Ereignis mitzuverfolgen. Allen Teilnehmern wünsche ich eine gute und reiche Zeit in der Fülle des heiligen Geistes.

Dienstag, 26. April 2011

Firmung im außerordentlichen Ritus

Was positives zum Wochen-Start:

Im neuesten Rundbrief der FSSP wird angekündigt, dass am Samstag 24. Sept. 2011 um 10.30 Uhr S.E. Weihbischof Maximilian Ziegelbauer mit Erlaubnis des neuen Augsburger Bischofs Dr. Konrad Zdarsa in St. Margareth das Sakrament der heiligen Firmung spenden darf. Meines Wissens ist es dieses Jahr der einzige Firmort in Deutschland, in dem die Firmung im außerordentlichen Ritus gefeiert wird.

Dinge ändern sich. Bischof Dr. Konrad Zdarsa ging ja ein gewisser Ruf voraus, kein Freund der alten Messe zu sein und nun ist er der 'fortschrittlichste' beziehungsweise 'rückschrittlichste' deutsche Bischof, je nach Sichtweise. Durch Bischof Konrad und dem Wirken des hl. Geistes wurde wieder mal ein kleiner Schritt gemacht, um die alte Messe aus dem 'Schmuddeleck' herauszuführen. Ich find's schön, vor allem das auch die Spendung der anderen Sakramente -außer der heiligen Eucharistie- im außerordentlichen Ritus langsam a bisserl entspannter gesehen wird. 

Montag, 25. April 2011

In eigener Sache

Ich hab vor fünf Monaten ohne große Erwartungen angefangen zu bloggen. Am Anfang dachte ich, dass  es furchtbar schwierig sein würde, überhaupt irgendwelche Leser zu finden; ich habe mir das so vorgestellt, dass man monatelang was schreiben muss und dann schaut man mal in die Statistik und dann haben's 2 Leute in der Zeit gelesen ...


Sonntag, 24. April 2011

Osternacht–Ostermorgen

IMG_2299IMG_2313
Meine erste Feier der Auferstehung des HErrn im außerordentlichen Ritus …

Christus ist auferstanden

Der Herr ist wahrhaftig auferstanden -

Freitag, 22. April 2011

Für wen ist Christus gestorben?

Nach 40 Tagen mehr oder weniger geglückter Abstinenz vom bloggen ... heute hat uns Pater Leonard in der Karfreitagsliturgie gefragt: Für wenn ist Christus gestorben? Wirklich für mich? Hab ich nicht verdient, war mein erster Gedanke. Aber dann habe ich an die unzähligen Christen überall in der Welt gedacht, mit denen ich heute im Tod Christus Jesus Gemeinschaft gefeiert habe. Das ist unglaublich! Uns Christen verbindet nicht der Glauben an irgendwelchen schlauen Gedanken, sondern der Tod eines Menschen von vor fast 2000 Jahren. Bis heute. Danke lieber Vater. Und Danke an alle bloggenden und nicht-bloggenden Christen für die tolle Gemeinschaft in IHm und durch IHm. Die 'Bloggospähre' war mir eine große Stütze in meinem Weg durch die Fastenzeit nach Ostern. Obwohl ich nur selten im Internet war, habe ich immer wieder unglaubliche Perlen gefunden.

Ich wünsch euch einen ruhigen Karsamstag und wunderbares Fest zur Auferstehung unseres HErrn, des menschgewordenen Gottessohnes.

Freude im HErrn

Sonntag, 20. Februar 2011

Die Reise nach Ostern hin

Die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern hat sich seit der alten Kirche in zwei Teile gegliedert: die Vorfastenzeit und anschließend die 40tägige Fastenzeit. Während die Orthodoxen, Anglikaner und Protestanten die Vorfastenzeit [zumindest in der Theorie] noch kennen, wurde die Vorfastenzeit  in der katholischen Kirche im Zug der Liturgiereform 1970 abgeschafft.

Samstag, 19. Februar 2011

Kardinal Meisner kapituliert vor WisiKi?

Der Zeitpunkt ist taktisch vielleicht eher unklug, nächsten Dienstag wird Kardinal Meisner einen verheirateten Vater von zwei Kinder zum Priester weihen.

Freitag, 18. Februar 2011

Ein bisschen Kairo in der katholischen Kirche wäre längst überfällig

Noch was gefunden, Wise Guys Texter Daniel unterstützt das Memorandum 2011 'Kirche im Aufbruch'. Auch wenn er es leider nur noch selten in die Kirche schafft und - wie so viele Andere auch - frustriert von vielen Dingen in der katholischen Kirche ist, würde er sich dennoch weiterhin als christlich bezeichnen. Es gibt ja durchaus auch einiges, was katholisch ist, was er richtig gut findet - zum Beispiel MISEREOR. Hier sein offizielles Lied 'Damit ihr Hoffnung habt' zum ökumenischen Kirchentag 2010.

Whom it may be concerned ...

... die Seite http://www.newliturgicalmovement.org/ hat ein Gesuch an den Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., betreffend die Instruktion/Klarstellung zum Motu Proprio Summorum Pontificum online gestellt. Es geht um die hier  ganz gut beschriebenen Gerüchte der Durchführungsbestimmungen zum Motu Proprio, die angeblich wesentliche Einschränkungen bringen sollen.

Hier findet sich das Gesuch auf Deutsch. Seite heute morgen haben über 400 Leser unterschrieben.

Und es gibt sie doch!

Ich hatte ja immer geglaubt, links-liberale V2 Katholiken würden nicht bloggen. Hier bin ich jetzt auf einen in freier Wildbahn gestossen: http://societas-perfecta.de/wp/

Ausführungsbestimmungen zu Summorum Pontificum

Noch sind es Gerüchte, dass die Ausführungsbestimmung zum Motu Proprio Summorum Pontificum nach 3-jähriger Arbeit noch vor Ostern kommen soll. Was allerdings jetzt schon davon zu hören ist, klingt nicht besonders gut.

Eislaufende Priester



Das ist bestimmt irgendwo schon mal gepostet worden, trotzdem schöööön ....

Donnerstag, 17. Februar 2011

Warum bleibt vom Religionsunterricht so wenig hängen?




Prof. Sabine Pemsel Maier, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe über die Frage, warum eigentlich vom Religionsunterricht so wenig hängen bleibt.

Was mir neu war, konfessioneller Religionsunterricht betreibt angebliche keine Katechese. Ist das wirklich so? Ich meine, im Grunde ist das ja schon die Antwort. Wenn der Religionsunterricht keine Glaubensinhalte vermittelt und das ganze damit überhaupt erst eine Professionalisierung des Religionsunterrichts möglich macht, dann geht's halt nicht um die Schrift, Glaubensaussagen des katholischen Lehramtes oder um eine tieferes Verständnis von IHM, sondern um Klimaerwärmung, soziale Gerechtigkeit und Gender. Böse gesagt.

Dienstag, 15. Februar 2011

Niemand tritt wegen dem lieben Gott aus der Kirche aus

Nach Memorandum und 'Pro Ecclesias' Gegenmemorandum frage ich mich: Wenn das Haus brennt, ist es dann wichtig zu wissen, wo genau die Kommode richtig steht? Im Grunde ist es mir völlig Wurscht, wer welche Strukturreformen wie auf den Weg bringt. Was ich ich will, ist in meiner normalen Ortskirche katholisch leben - nur werden da gerade 1000 Kraniche gefaltet und an den Altar gelegt; um den Umbau der Kirche zum 'Raum der Sehnsucht' zu begleiten. Oder irgendwie so was. Auf jeden Fall als Geschenk an die 'Götter' um gutes gelingen des Umbaus. Genauer will ich's gar nicht wissen, weil seit der Sache mit den Kranichen war ich nicht mehr in dieser Gemeinde.

Kann es sein, dass eine komplette Gemeinde der Häresie verfällt und die merken das noch nicht mal? Ich meine, dass Gegenmemorandum ist ja nett und gut gemeint und so weiter, aber 'halten Sie bitte die Liturgie in Ihrem Bistum im Blick'? ... hmmm ... 1000 Kraniche zu falten und auf den Altar zu legen ist nicht katholisch. Punkt. Das weiß sogar ich als absoluter katholischer Laie. Das sollte auch ein hochqualifiziertes Pastoralteam aus Pfarrer, Diakon, PastoralreferentInn und-was-weiß-ich bemerken. Und trotzdem ziehen die das durch. Warum? Über was soll man da noch einen 'Dialog' führen? Oder soll ich mich an die kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit wenden, so wie es das die 144 Theologen des Memorandums als Lösung vorschlagen? Ist eine korrekte katholische Liturgie einklagbar?

Ich weiß auch keine Lösung. Nur scheint mir ein Gegenmemorandum zum Memorandum nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Da wird um was gestritten, was schon lange nicht mehr existiert. Das Haus brennt.

just my 2 cent

Mittwoch, 9. Februar 2011

Katholische Kirche: Ein Leichnam im barocken Gewand?

Der promovierte Theologe Dr. Dr. Alexander Görlach hat in TheEuropean einen Kommentar über das aktuelle Memorandum der 144 Theologen geschrieben: Ein Leichnam im barocken Gewand.

Vieles was er schreibt finde ich angreifbar, in einer interessante Beobachtung hat er allerdings imho Recht, dass nämlich Duktus & Vokabular des Textes dergestalt kodifiziert [sind], dass sich beide Seiten in totaler Abgeschiedenheit von der Gesamtgesellschaft aneinander abarbeiten können.


Der Diskurs um die Abschaffung des Zölibats & Frauenordination hat den Punkt der totalen Selbstreferentialität erreicht. Außerhalb innerkirchlicher Kreise wird ja nicht einmal mehr verstanden, worum es bei dem ganzen Streit überhaupt geht. Ich behaupte auch, die paar 'normale' Katholiken, die es noch gibt, interessiert das nicht. Es ist eine Auseinandersetzung mit reinen Schlagworten. Nikodemus hat das gestern meiner Ansicht nach gut ausgedrückt:

Die Kirchenpolitik ist maßgeblich durch eine scharfe Frontlage gekennzeichnet, wobei beide Lager der Ansicht sind, dass sie so sehr recht haben, dass sich weiteres nachdenken erübrigt.


Vor vielen Jahren hat Cyril Northcote Parkinson die Gesetzmässigkeiten solcher Diskurse versucht zu beschreiben. Eines der Parkinsonschen Gesetze lautet:


The matters most debated in a deliberative body tend to be the minor ones where everybody understands the issues.

[In Diskussionen werden die einfachsten Themen am ausführlichsten diskutiert, weil davon die meisten Teilnehmer Ahnung haben]

Der Umkehrschluss lautet:

All issues to argue a lot of people are not important.

[Alle Themen, um die viele Leute streiten, sind unwichtig.]

Über wichtige Themen wird nie öffentlich diskutiert. Darüber wissen nämlich zu wenig Leute Bescheid. Finde den Schluss von Nikodemus Beitrag richtig:

Lassen wir es also an uns vorüberziehen und konzentrieren wir uns auf das Wesentliche.

Dienstag, 8. Februar 2011

Frauenpriestertum


Spiele gerade a bisserl mit Books Ngram Viewer und es gibt spannende Ergebnisse, etwa 'Frauenpriestertum'. Bis in die zweite Hälfte der 70'iger Jahre gar keine Treffer und seitdem ist das in stetiger Zunahme. Wenn es ein Beweises bedürfte, das es sich dabei um ein Modethema handelt, dann hier.

Books Ngram Viewer

Google hat ein interessantes neues Projekt, nämlich Books Ngram Viewer. Damit kann man Millionen von digitalisierten Bücher nach der Häufigkeit bestimmter Begriffe durchsuchen und das Ergebnis grafisch darstellen lassen. Oben das Suchergebnis aller deutschen Bücher zwischen 1950 und 2008 nach 'Islam' und 'katholische Kirche'. Interessant, oder?

Donnerstag, 3. Februar 2011

Nachtrag: Zölibat verteidigen

Es gibt sicherlich gute & verdienstvolle Argumente für das Zölibat. Nur: Das Zölibat ist keine Dogma. Das Zölibat lässt sich nicht wirklich biblisch begründen. Die Verbindung zwischen dem Presbytertum und der Ehelosigkeit ist nicht theologisch zwingend und auch kein originäres Glaubensgut. Punkt.

Das wissen die Gegner der katholischen Kirche ganz genau und das im Zölibat die Achillesferse der römisch-katholischen Kirche liegt. Dort ist die Kirche angreifbar. Wenn man einen verheirateten Ex-Anglikaner problemlos zum katholischen Priester weihen kann, warum dann nicht einen verheirateten schon-immer-katholischen ständigen Diakon? Das ist mit logischen Gründen nicht zu erklären, sondern nur noch mit der historischen Tradition - dass haben wir schon immer so gemacht, also machen wir es weiterhin so.

Ich weiß, dass den Gegner des Zölibats wohl eher nicht die Kirche am Herzen liegt, noch das es um die Vertiefung des Glaubens geht, sondern die katholische Kirche soll zur links-liberalen deutsch-katholischen Kirche umgebaut werden, mit dem GRÜNEN-Parteiprogramm als neuem Credo, inclusive dem Kampf-gegen-Rechts als Auftrag aller aufrechten Christen Rhabarber Rhabarber Rhabarber.

Trotzdem: Das Zölibat zu verteidigen ist imho sinnlos. Die links-liberalen 'Reformatoren' wühlen, graben und unterminieren diesen Punkt ganz bewusst, weil hier letztlich zwar viele Argumente ausgetauscht werden, aber zwingend notwendig für die Kirche ist das Zölibat nicht. Irgendwann wird es fallen -vielleicht als 'Versuch' für ständige Diakone mit abgeschlossenem theologischen Studium oder so etwas- und dann stehen sämtliche Verteidiger des Zölibats doof da, weil sie nun etwas vertreten müssen, was sie gestern noch als Gott-sei-bei-uns verdammt haben. Oder sie akzeptieren diesen Schritt nicht und machen eine forke zur katholischen Kirche oder gehen zur FSSPX oder was weiß ich.

Die Katholizität hängt nicht am Zölibat. Man kann es verteidigen und das ist verdienstvoll, aber wozu? Taktisch gesehen haben WisiKi et all. einen Plan, nämlich am schwächsten Punkt ununterbrochen anzugreifen, bis man dort den ersten Stein herausbricht, um darüber den ganzen Bau zum Einsturz zu bringen. Und daran arbeiten überall im Land tausende von Medienleuten, Religionslehrer/innen, Pastoralrefernt/innen mitsamt dem Geist der Zeit, der in dem Fall sogar die besseren Argumente auf seiner Seite hat.

Und was machen die glaubenstreue Katholiken? Nix, außer -wie immer- nur passiv lamentieren, lamentieren, lamentieren bis wieder mal eine Zitadelle genommen ist.

Warum sich so in die Defensive treiben lassen? Besser eine unhaltbare Stellung beizeiten aufgeben.

just my 2 cent

Kennt die 'Weltkirche' das Zölibat?

Die heilige, katholische und apostolische Kirche ist keine Nationalkirche sondern Weltkirche und besteht aus insgesamt 22 Teilkirchen, von denen die lateinische Kirche sicher die bedeutendste, aber eben nicht die einzige ist.

Von diesen 22 Teilkirchen kennen 21 Kirchen die Verpflichtung zur Ehelosigkeit als Zulassungsvoraussetzung zum Sakrament der Priesterweihe nicht. Punkt. Niemand wird behaupten, die unierten Kirchen des Ostens seien deshalb weniger katholisch, nur weil sie regelmässig verheiratete Männer zu Weltpriester weihen oder das in den Orthodoxen Kirchen der rechte Glauben zusammengebrochen sei, weil sie das seit jeher so halten.

Das wäre auch absurd. Das Zölibat ist keine theologische Frage sondern ein disziplinarrechtliche. Anders ist es nicht zu verstehen, dass es in Deutschland aktuell rund hundert verheiratet katholische Priester gibt, neben etwa 50 weiteren, die aus den unierten Kirchen zum seelsorgerischen Dienst hierher gekommen sind. In Großbritannien wird erwartet, dass dieses Jahr etwa 80 anglikanische Priester um die Aufnahme in die katholische Kirche nachsuchen und wenn keine andere Gründe dagegenstehen, werden diese Männer wohl zu gültigen katholischen Priester geweiht.

Wenn nun Kardinal Brandmüller mit der apostolischen Tradition des Zölibats argumentiert und dass die „Weltkirche“, das heißt auch ein ökumenisches Konzil, eine apostolische Überlieferung nicht ignorieren darf und kann, dann ist das natürlich erstmal: Well roared, lion.

Nur:  Denkt man genauer darüber nach, warum kennen von 22 Teilkirchen der katholischen Kirche 21 Kirchen die Verpflichtung zur Ehelosigkeit für Weltpriester nicht, wenn doch die 'Weltkirche' die apostolische Überlieferung nicht ignorieren darf? Und hat Rom nicht sogar 2003 ein neues Recht für die unierten & altorientalischen Teilkirchen gegeben, wo diese apostolische Tradition sozusagen nicht anerkannt worden ist? Ein sehr inkongruentes Argument also.

Zeichenhaftigkeit priesterlicher Existenz: Rechteckige Schuhe

Alexander Kissler verteidigt das Zölibat klugerweise nicht mit theologischen Argumenten, sondern mit der Zeichenhaftigkeit der priesterlichen Existenz, der sozusagen als radikaler Gegenentwurf zur Logik der Welt fungiert. Gutes Argument.

Nur stimmt das wirklich? Die evangelikalen Gemeinschaften ohne Zölibat  boomen, die katholische Kirche mit Zölibat besteht nur noch aus mehr oder weniger Karteileichen; zugegebenermassen aus weniger Karteileichen als die evangelischen Landeskirchen, aber im Vergleich zur jeder Freikirche totelt es in der katholischen Kirche. Die Evangelikalen betreiben überall massiv Mission und das mit großem Erfolg, zölibatäre Priester fallen dagegen eher nicht als überzeugende Verkünder des Glaubens auf, sondern als harmlose Verwalter eines Amtes, was sie ja auch sind. 

Sieht man ehrlich auf die Zeichen der zölibatären Weltpriester heutzutage in Deutschland, muss ich immer an die rechteckigen Schuhe vom Pfarrer meiner alten Gemeinde denken und das niemand rechteckige Schuhe einfach so durch Zufall trägt, sondern dass das eine bewusst-modisch-ästhetische Entscheidung ist, keine normalen Schuhe zu tragen, sondern eben rechteckige. 

Das sind Zeichen, die mir auffallen, die Ehelosigkeit dagegen nicht. Ich glaube, 50% der Menschen leben inzwischen ehelos, warum sollte da die Ehelosigkeit der Priester noch ein besonderes Zeichen sein?

Mittwoch, 2. Februar 2011

Prelest

Ein viel verwendeter Begriff der Orthodoxie, der in der lateinischen Westkirche leider gar keine Entsprechung besitzt, ist "Prelest[Прелесt]". Das ist Kirchenslawisch und meint wörtlich 'All-Schmeichel' und wird in der Bedeutung von Selbstbetrug, Täuschung, religiöse Selbstverblendung, spiritueller Irrtum und so weiter verwendet. "Prelest" ist bei uns derart unbekannt, dass es noch nicht mal zu einem Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia gereicht hat. Der russische Eintrag findet sich hier. [Detail am Rande, der Name 'Gollum' aus 'Herr der Ringe' ist die wörtliche englische Übersetzung des slawischen Prelest.]

Die Orthodoxie sieht seit jeher spirituelle Nüchternheit als großen geistigen Nutzen und Prelest ist das genaue Gegenteil davon, also das intensive Gefühl, das einem Beispielsweise das Trachten des Fleisches -d.h. der Wunsch nach den Dingen dieser Welt- bereitet oder die fälschlich so genannte Erkenntnis , mit der gerade religiöse Menschen sich oft einer selbst zusammengebastelten Illusion unterwerfen und selbige nicht als Teil der Krankheit, sondern als Weg zur Gesundheit ansehen.

Prelest ist für geistige Menschen eine tückische Falle und die Starzen behaupten, die Quelle von Prelest sei die Unbußfertigkeit. Je mehr wir uns auf unserem geistigen Weg anstrengen und je weniger wir bereit sind, in Demut uns unsere eigenen Täuschungen einzugestehen, desto eher werden wir uns anmaßen, unsere eigenen Gedanken, Wünsche & Absichten als die von der hl. Schrift gewollte Lehre zu bezeichnen. Prelest ist so gesehen der Ehrgeiz, außerhalb der Schriften der Kirchenväter, der Tradition und des Lehramtes eine eigene Wahrheit zu finden. Die Starzen sagen, ein untrügliches Zeichen von Prelest sei es, wenn jemand nicht mehr an den Sakramenten der Kirche teilnimmt, die Lehre der Väter ablehnt, zum 'leeren' puren Gebet nicht fähig ist, in den Dingen dieser Welt verhaftet bleibt, keine Demut besitzt, kein Gehorsam leisten kann und so weiter.

Prelest ist der geistiger Kampf zwischen Lüge und Wahrheit. Wichtig ist, wir alle leben in Prelest und der Glaube, nur man selber sei frei davon, während der gesammelte Rest im prelestischen Morast feststeckt, ist ein untrügliches Zeichen, dass man selber zu 100% der Prelest verfallen ist. [Eine Randbemerkung, Prelest findet seinen Weg zu unserer Seele vor allem über die Bilder & Vorstellungen aus der Emotion und je mehr ich mich damit beschäftige, desto eher neige ich dazu, die diversen charismatischen Bewegungen a bissserl kritischer zu sehen - ohne das in irgendeiner Form verurteilen zu wollen. Ich weiß, dass dort viele Menschen zum Glauben an den HErrn gefunden haben, andererseits geschieht dort imho auch viel verwirrendes.]

Prelest gibt weder Sanfmut, noch Stille & Liebe, noch nimmt sie die Angst. An der Wirkung kann man sie erkennen. Prelest kann viele Formen annehmen und ein sicheres Mittel gegen sie ist Askese, Demut & Buße.

Jesus hat uns ganz am Anfang seiner Verkündigung in Galiläa vor allem anderen geboten, Buße zu tun: Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen! Ich glaube, wir haben bis heute weder verstanden noch praktizieren es, was er damit gemeint hat.

Montag, 31. Januar 2011

Ein großes Glück

Ungefähr 500 von mir zu Hause weg gibt es ein kleines Kirchlein, in der ein ebenso kleiner Priester jeden Morgen die hl. Messe feiert. Der Priester muss wohl irgendwo aus dem Osten stammen und spricht ein ungewohntes, kraftvolles und geradezu archaisches Deutsch.

Bei der Zelebration dieses Priester spüre ich, hier steht ein Mensch im Geist und in der Freude des HErrn. Der Priester ist sicherlich kein ausgefuchster Prediger, genau genommen predigt er nicht, sondern hält lediglich Homilie, in der er das Evangelium mit einfachen und klaren Worten auslegt. Er spricht über das Gebet zu IHm, Himmel und Hölle, über Sünde & Erlösung. Keine besonders 'modernen' Themen also.

Ich weiß, dass er unter seinen Brüdern im priesterlichen Dienst ein mild belächelter Außenseiter ist. Pastoral nehmen die ihn nicht ernst. Da dieser Priester aber ein einnehmendes & freundliches Wesen besitzt, wird er wohl irgendwie mit durchgezogen. An der unbedeutendste, kleinsten & verstecktesten Kirche der Innenstadt. Trotzdem besitzt dieser Priester eine echte betende Gemeinde, in der praktisch täglich Anbetung, Rosenkranz & Vesper gehalten werden ... hmmhmm ...

Aus seltsamen & unerfindlichen Gründen wurde diese winzige Kirche von der nachkonziliaren Zerstörungswut verschont. Besitzt also nur einen wunderschönen Hochaltar und keinen Mahltisch. Nun muss dieser Priester die hl. Eucharistie nolens volens jeden Tag Richtung SEinem Kreuz feiern. Vermutlich aus dieser unbilligen Härte heraus, hat sich kein anderer Priester für diese Kirche gefunden.

Dazu kommt, dieser Priester hält sich in einer wunderbar ruhigen & stillen Art genau an das Messbuch, nimmt relativ oft das erste Hochgebet, spricht die Wandlungsworte neuerdings auf Latein -wohl um ohne Ungehorsam den unsäglichen 'Pro Multis' Streit auf elegante Art zu lösen- und die Hälfte der Gemeinde empfängt die Mundkommunion und die andere Hälfte auf würdevolle Art die Kommunion auf die Hand. Ohne Streit & Hader.

Das hört sich wie erfunden an? Ist es aber nicht, so etwas gibt's wirklich und ist fünf Minuten von mir mit dem Fahrrad zu erreichen. Und zwei, drei Kilometer weiter gibt es eine kleine Kapelle der FSSP, in der ebenfalls jeden Morgen die hl. Eucharistie gefeiert wird.

Ich muss gestehen, seit ich bei der Frühmesse die Wahl zwischen dieser 'normalen' Messe [ja, sie entspricht exakt der ordentlichen Form, aber so habe ich sie woanders leider noch nie erlebt] und der hl. Messe in der außerordentlicher Form habe, gehe ich oft in die normale Messe. Weil sie für mich im Alltag einfacher, schlichter und konzentrierter ist. Ich kann Latein und bete auch manchmal in Latein, dennoch ist die außerordentliche Form nichts für jeden Tag. So sehe ich das zumindest. Der hl. Vater wünscht sich bekanntlich, dass sich beide Formen gegenseitig bereichern und ich denke diesem Wunsch zu entsprechen, indem ich in beiden Formen in's Gebet finde.

Ich empfinde diese Situation als großes Glück. Ich weiß aber, für die meisten Katholiken ist so etwas inzwischen undenkbar geworden. Ich muss eingestehen, seit ich diese winzige Kirche mit ihrem kleinen Priester entdeckt habe, finde ich wieder positive Seiten an der heilige Messe in der ordentlichen Form.

Ich denke mir oft, die ganze Diskussion um Kirchenaustritte, Priestermangel, Zölibat und so weiter, geht am Kern des Problems vorbei. Wo es keine betende Gemeinden mehr gibt, braucht es auch keine Priester mehr. Und betende Gemeinden fallen nicht einfach so vom Himmel. Sondern werden in Jahrzehnten priesterlichen Dienstes geformt. Dieser kleine, unbedeutende & unbeachtete Priester hat etwas geschaffen, an was seine gesamten Kollegen mit ihren gewaltigen Pastoralkonzepten, Strukturreformen & 'Kirche im Aufbruch' wohl gar nicht mehr denken, nämlich eine kleine, fromme und betende Gemeinschaft, in der diese Menschen jeden Morgen selbst bei -12º Grad zusammenkommen, um in der Vergegenwärtigung seines Opfers Gemeinschaft mit IHm zu halten.


Sonntag, 30. Januar 2011

Pektorale

Heiligenkreuzer Pektorale von 2009 

Um nicht immer nur alles schlecht zu reden, ein -aus meiner Sicht- gelungenes Beispiel für einen 'modernen' liturgischen Gegenstand, ist das neue Pektorale des Abts von Heiligenkreuz, z. Z. noch Abt Gregor Henckel von Donnersmarck. Über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe dieser ungewohnten Symbolik bloggt hier der Künstler selber.

Von dem Pektorale findet sich hier eine Großaufnahme. In einer Meditation über das fragmentierte Kreuz in Einheit mit dem Davidstern fand ich die Darstellung zuerst ... unpassend, aber langsam erschließt sich mir die große Tiefe dieses Werkes. Da ist nicht nur künstlerischer Gestaltungswille, sondern es wird eine 2000jährige Geschichte erzählt, mit dem Reliquiar als dramatischer Kontrapunkt.

Im Vergleich dazu das alte Pektorale:
Abt Gregor Henckel von Donnersmarck

Das ist natürlich auch ein schlichtes & schönes Kreuz aus einer Zisterzienserabtei, das Kreuz allein lädt immer zur Betrachtung ein. Aber das neue Pektorale besitzt etwas, was jede gute Kunst besitzt, wenn sie im Glauben verankert ist, nämlich 'Tiefe'.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Wiedereinführung des säkularen Zölibats

Was leider zu wenige wissen, bis in die 50'iger Jahre gab es auch säkulare Formen des Zölibats, etwa im Dienstrecht für Lehrerinnen, bevor die sich mit Binnen-I- geschrieben haben. Erst Mitte der 50'iger hat als letztes Bundesland Baden-Würtemberg das Heiratsverbot für weibliche Lehrkräfte abgeschafft. In der Schweiz galt das sogar noch länger, bis in die 60'iger Jahre hinein.


Aus dieser Zeit ein Plädoyer der Zentrumspolitikerin Maria Schmitz für das Lehrerinnen-Zölibat:
"Die Lehrerin - wie wir sie gewünscht und erzogen haben - soll sich mit ganzer Kraft ihrem Beruf widmen. Sie soll ausscheiden aus dem Beruf, wenn sie erkennt, daß sie in die Ehe eintreten und einen anderen hochwertigen Beruf ergreifen soll. Sie soll, solange sie in der Schule steht, ungeteilt sein. Und sie soll aus diesem Erleben heraus die Fähigkeit haben, den Lehrberuf auch als Lebensberuf zu sehen, sich ihm für immer zu weihen, und sie kann das um so mehr, wenn sie in der katholischen Kirche steht, die ihr in der Lehre von dergottgeweihten Jungfräulichkeit einen herrlichen Fingerzeig, ja eine Verklärung für diese Ganzheitsaufgabe des Berufes gibt. Es ist eine soziale Tat unseres Vereins, wenn er von seinen Mitgliedern erwartet, daß gerade sie, die Volkserzieherinnen, nicht Ehe und Schuldienst miteinander verbinden. Sie sollen vorleben, was sie als soziale Entwicklung erwarten: die Wiedergewinnung der Frau ungeteilt für Familie… Unser Ideal ist die Verbindung christlicher Jungfräulichkeit mit dem Lehrerinnenideal. Die ist in einer Zeit, wo ein heiliger Radikalismus dem Radikalismus der Gottlosen gegenübergestellt werden muß, so zeitgemäß wie je“.


Gefällt mir, mit der war bestimmt nicht leicht Kirschen essen. 
Statt immer nur defensiv zu agieren, warum als Kirche nicht mal in die Offensive gehen? Ich stelle mir vor, wie die heutige Öffentlichkeit auf die Forderung reagieren würde, das Zölibat in seine säkularen Form wieder einzuführen. 

Der Sämann

In der heutigen Lesung gibt's eine seltsame Stelle, in der Jesus über denen da, die draußen sind spricht und seinen Jüngern erklärt, warum er ihnen nur Gleichnisse gibt:

"damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünden vergeben werden" Markus 4,12

Das ist unschwer als Zitat aus Jesaja 6, 9-10 zu erkennen: 

Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!

In der Vision von Jesaja spricht das einer der Seraphim. Es wird weiter gesagt, dass die Blindheit des Herzens so lange anhalten wird, bis die Städte verwüstet und das Land öde & leer ist. Jesaja wird zwar losgeschickt und gleichzeitig wird ihm der Misserfolg seiner Mission vorhergesagt. Das ganze ist also eine ziemlich hoffnungslose Situation. Auf selbige bezieht sich Jesus.


Das Gleichnis vom Sämann sieht zunächst einmal so schön einfach aus. Jeder scheint es verstehen zu können und jeder möchte natürlich auch der 'gute' Boden sein, der SEin Wort & Wahrheit aufnimmt und tausendfache Frucht bringt und so weiter. 


Nur: Jesus scheint erhebliche Zweifel darüber gehabt zu haben, ob er verstanden wird, genau genommen ging er wohl eher davon aus, dass er die 'Fettheit' des Herzens nicht durchdringen wird. Selbst seine Jünger verstehen ihn nicht, also die, die ihm am nächsten waren. Und warum sollte es heute anders sein? 


Jesus ist mir ein Fremder. Ich sitze hier in unserem scheiß-reichen Europa im reichsten Land von allen und scheinbar dreht's sich nur noch um den eigenen Bauchnabel.



HErr, nimm von mir die Fettheit meines Herzens.


just my 2 cent

Dienstag, 25. Januar 2011

Dom



Ich habe inzwischen herausgefunden, so ziemlich alles über den Dom zu Arlesheim erfährt man hier. Insbesondere die Panoramafunktion ist grandios.

Inflationäre Wortmacherei

Ich weiß nicht, ob es in der Schweiz andere Hochgebete gibt als im Rest der katholischen Kirche -gab's nicht mal so etwas wie die 'Schweizer Hochgebete' für besondere pastorale Situationen?- aber irgendwie hat sich das Hochgebet heute morgen in der Frühmesse verdächtig selbstformuliert angehört. Wobei auffällig war, dass in diesem Gebet alles mögliche erwähnt worden ist, erstaunlicherweise nur nicht das Opfer Jesu Christie.


Den Leuten bemerken so etwas scheinbar gar nicht mehr. Sie hören imho eh nicht mehr zu, was der Priester da konkret betet. Zu viele Worte. Das mag ja alle nett gemeint sein, aber wenn mehr als vier oder fünf komplizierte theologische Lieblings-Konstruktionen in einem einzigen Hochgebet verbraten werden, dann ist das Überforderung.


Eine Gottesdienst sollte frei von Überraschungen sein. Je liberaler der Pfarrer, desto ausgelieferter ist man meiner Meinung nach dessen Willkür. Was soll ich machen? Nach der hl. Messe in die Sakristei wanzen und den Priester bitten, beim nächsten mal doch Bitte Bitte ein approbiertes Hochgebet zu benützen? Und seine inflationäre Wortmacherei vielleicht a bisserl einzuschränken?


Käme ich mir doof vor. Undankbar. Immerhin hat dieser Priester mir heute morgen den wahren und wirklichen Leib Christie gereicht, dafür will ich dankbar sein.

Montag, 24. Januar 2011

Gods Sabbath

Zum morgigen Fest der Bekehrung des hl. Paulus wurde ich gefragt, was ich davon halte Der Text findet sich auf dieser Homepage:


http://www.gods-sabbath.de/

Vieles davon ist natürlich reiner Quatsch, etwa das Christen Paulus als Gott anbeten würden. Das ist überdrehte Polemik und imho Ausdruck von einem eher verwirrten Geist - einer ernsthaften Auseinandersetzung nicht würdig.
 

Was aber interessant ist, wie sich hier jemand aus 'frei' flottierende Themen quasi ein synkretistischen Glauben neu zusammenbastelt.


Ausgangspunkt ist -wie eigentlich immer- dass die Kirche, respektive Paulus, die Absichten und Vorstellung des jüdischen Rabbi Jesu verfemt & verfälscht hat und grundsätzlich lügt. Die gesamte Kirchengeschichte leidet unter diesem 'falschen' Anfang und man muss also tabula rasa machen, ganz von vorne anfangen und so weiter und so weiter.

Der Jude Paulus -der den inneren Jesus entdeckt hat- war demnach der Erzschurke, der diese Fälschungen in die Welt gebracht hat. 2. Korinther 5, 16: So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch; wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. 'Nach dem Fleisch kennen' heißt, jemandem nur nach den äußeren Verhalten & Merkmalen zu kennen.

Paulus hat sich im Herzen zu Christus Jesus bekehrt. Diese innere Nähe zum Christus ist es, die wohl bei vielen bis heute die Angst vor ihm erzeugt. Nähe macht Angst. Der ferne & abstrakte Jesus, den man in der Schrift so wunderbar auslegen kann, ist viel pflegeleichter.

Paulus war alles, nur nicht handzahm. Er hat Jesus auch nicht in der Schrift gefunden. Die gab's nämlich zu der Zeit noch nicht. Paulus kannte die Worte, die Jesus beim Letzten Abendmahl gesprochen hat. Woher? Doch wohl durch die lebendige Überlieferung oder? Und diese Überlieferung wurde anschließend von ihm verfälscht und aus dem Rest wurde die Kirche.
Nur am Rande: Was wäre eigentlich aus dieser Überlieferung ohne die Kirche geworden?

Aber egal. Der Punkt ist, so wie in diesem Text, stellt sich also jemand den hl. Paulus vor, der es selber vermutlich ablehnt, christlich zu sein. Alles ist falsch, die gesamte Überlieferung, Tradition & Herkommen, folglich muss man etwas neues schaffen.

Raus kommt imho ein synthetischer Glauben, denn so noch nie jemand geglaubt hat. Et voilà, eine neue Kirche ist entstanden! Zusätzlich zu den 120.000 Kirchen, die es eh schon gibt. Und alle sind davon überzeugt den wahren, wirklichen und echten Jesus zu verehren.

Das ist natürlich zynisch und übertrieben. Ich weiß das. Aber ich seh's trotzdem so. Ich stehe gerade nicht im rechten ökumenischen Geist. Tut mir leid.

Sonntag, 23. Januar 2011

Dom zu Arlesheim

Der Dom zu Arlesheim ist übrigens ein unglaubliches Bauwerk, mitten in einem winzigen Dorf steht eine gewaltige Anlage in allerzartesten Rokoko. Und statt eines festbetonierten neomodernistischen Volksaltars haben die Verantwortlichen nur einen kleinen Holztisch reingestellt und das ursprüngliche Essemble heilgelassen. So eine schöne Kirche hätte in Deutschland keine Chance, die würde innerhalb von fünf Jahren irgendwelchen Barbaren zum Opfer fallen. Sorry, aber so ist es doch.


Ich muss mich glatt mal mit der Geschichte des Doms beschäftigen, wie ein so kleines Dorf zu einem ausgewachsenen Dom kommt, ist bestimmt interessant.

Ökumenische hl. Eucharestie

Dom zu Arlesheim

Heute in der Schweiz im Dom zu Arlesheim in einer ökumenischen hl. Messe habe ich erfreut festgestellt, dass ein reformierter Pfarrer -nach seiner Predigt- mitsamt dem Rest seiner Gemeinde zur heiligen, apostolischen und katholischen Kirche konvertiert sind - anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass er die Eucharistie in beiderlei Gestallt gereicht und genommen hat, oder? Würde er nicht daran glauben, dass im Brot und Wein der wahre und wirkliche Leib des HErrn erscheint, hätte er dann diese hl. Speisen genommen? Nach seiner Predigt zu urteilen ist ein sehr klarer Mensch und ich wage es zu behaupten, wenn er das katholische Eucharistieverständniss nicht teilen würde, hätte er das wohl kaum getan! Die Einladung zum gemeinsamen Abendmahl wurde nicht ausgesprochen, sonder quasi symbolisch durch den Pfarrer vollzogen.  

Wobei ich den Unterschied zwischen reformierten, katholischen und ökumenischen Christen interessant fand. Die Reformierten sind währen der Wandlung stehengeblieben, wohl um zu zeigen, das da nix gewandelt wird, die Katholiken haben in Demut gekniet und der große ökumenische Rest der Gemeinde hat sich einfach wieder gesetzt, wohl weil sie eh nicht verstanden haben, was da vorne eigentlich vor sich geht. Zum gemeinsamen Abendmahl sind aber alle gemeinsam gegangen.

Und mit der Fürbitte konnte ich heute sogar etwas anfangen. Es wurde nämlich für die 'Radikalen' gebetet, dass sie ihr einseitiges und trennendes Verständnis von Ökumene endlich aufgeben. Habe ich mich direkt angesprochen gefühlt. Passiert mir nicht oft in den Fürbitten. 

Andererseits war auch die Predigt vom reformierten Pfarrer die Wucht, mit so viel Bibelwissen wie heute werden katholische Christen wohl nicht oft in ihrer Kirche traktiert. Und diese Pfarrer war auch der einzige im Chorrraum, der sich ein Gefühl für Liturgie bewahrt hat. Konnte man von den Katholiken leider nicht behaupten. Kleiner Tip am Rande, wer unbedingt während der hl. Messe im Chorraum rumwuseln will, muss das ja nicht unbedingt in Zivil tun. [Und ein Priester als Priester zu erkennen ist auch nix falsches, just my 2 cent].

Dienstag, 18. Januar 2011

Unterwegs II

Christus Seraph
Eine seltsame Darstellungen von Christus Jesus, gesehen 2009 auf dem Berg La Verna, nach einer Vision des hl. Franziskus.

Auf dem Weg


-- von unterwegs

Montag, 17. Januar 2011

Hochamt als Votivmesse im außerordentlichen Ritus

Heute wurde in der Kirche, in der ich meine hl. Firmung empfangen habe, ein Hochamt als Votivmesse zu Ehren des hl. Sebastians im außerordentlichen Ritus gefeiert.


Für mich war das bewegend, weil in dieser Kirche so ziemliche alle Stationen auf meinem Weg zu IHm stattgefunden haben. Ich kann nicht beschreiben was es mir bedeutet, in dieser Kirche einmal an der hl. Messe im außerordentlichen Ritus teilzunehmen.

Schön fand ich, wie entspannt Ortspfarrer und Gemeinde mit dieser Form der hl. Messe umgegangen sind. Der Pfarrer hat sich ehrlich gefreut und hat an der Messe als normaler Gläubiger teilgenommen. 
Ein Moment war lediglich Verwirrung, als der Pfarrer die Kommunion auf die Hand bekommen wollte und der Zelebrant das dadurch elegant gelöst hat, dass er ihm die Patene in die Hand gedrückt hat.

Ich merke immer mehr, wie mich diese Form der Eucharistie tiefer in das Geheimnis der Nachfolge führt. Natürlich kann auch die reguläre Form des römischen Ritus würdig und ansprechend gefeiert werden und ich kenne auch Orte, wo dies geschieht, aber die außerordentliche Form bewegt etwas in meinem Herzen, was 'mehr' ist als nur die bloße äußere Form.


Ich glaube sogar, die Form ist gar nicht mal das entscheidende, wichtig ist der Geist. Und der hat heute Abend geweht. Danke lieber Vater!

Mittwoch, 12. Januar 2011

@ Le Penseur

Nachdem ich's nicht geschafft habe, unter diesem Kommentar meinen eigenen Kommentar einzufügen und ich schlichtweg zu müde bin, um mich mit dem Ihr Must be at most 4,096 characters-Code kann nicht übernommen werden Fehler zu beschäftigen, gebe ich auf diesen Weg meinen Antwort auf den Kommentar zu Le Penseur. Sorry für die technische Unzulänglichkeit.


Vielen Dank für deinen interessanten und inhaltsreichen Kommentar. Ich bin vom 'Liberalen' weniger angesäuert, als du vielleicht denkst, also geht's nicht um's mögen oder nicht-mögen :=). Wenn ich nicht diskussionsfähig wäre, würde ich im übrigen die Kommentarfunktion deaktivieren.


Zum Inhaltlichen:

Die Behauptung "daß das traditionelle »Meßopfer«-Verständnis der Eucharistie eine in den Zeiten des frühen Christentums über die Geschehnisse um den schmachvollen Tod Jesu gelegte Sinndeutung darstellen, kein fundamentum in re besitzt", halte ich aufgrund der Quellenlage für falsch. Angefangen von der Didache, über Ignatius von Antiochien, Justin, Irenäus, Tertulian, Cyprian fällt mir ehrlich gesagt kein einziger früher Kirchenlehrer ein, der _nicht_ vom 'Opfer', 'opfern', 'Opfergabe' u.ä. gesprochen hat. 


Ich bin weder Theologe, noch habe ich jemals Theologie studiert und mir erscheint die Diskussion um das 'Messopfer, dass man mit intellektuellen Verrenkungen etwas 'beweisen' will, weil es partout nicht in's eigene Weltbild passt. Die alte Kirche hat schon in der frühesten Zeit von 'Opfer' gesprochen. Das ist die Überlieferung -die Didache behauptet von den Aposteln- und ehrlich gesagt glaube ich den Kirchenlehrern mehr, als einem Wolfgang Sabel.

Gegen die Ansicht, das der strafende & zürnende Gott blasphemisch wäre, spricht imho schon der Umstand, dass der rächende Gott, der vergeltende Gott, der zürnende Gott, der grimmige Gott, der Gott zum Fürchten und viele andere uns heute 'negativ' erscheinde Attribute Gottes, ganz klar ein Teil der Schrift sind. Man kann natürlich sich selber ein Gottesbild zusammen basteln und darauf bestehen, dass der bürgerliche links-liberale Gutgott so etwas wie Zorn, Rache, Vergeltung nicht will & nötig hat, nur steht dass dann leider entgegen der biblischen Texte. Wie auch im obigen Fall bleibe ich dann doch lieber in biblischer, apostolischer und kirchlicher Überlieferung, als selber was zu erfinden, um anschließend daran zu glauben.

Auf was für eine Grundlage stehen etwa die Behauptungen von Herrn Sabel, dass "die sogenannten „Einsetzungsworte“ uns originär nicht überliefert sind"? ... hmhm ... Paulus behauptet im 1. Korintherbrief etwas anderes. Wieder ein Punkt, wo man entweder einem deutschen Professor zu glauben hat, oder der Schrift.

Meine Ansicht: Wenn ich's schon glauben soll, dann glaube ich doch lieber der Bibel, statt irgendwelcher beliebigen Behauptungen. Ich hoffe doch dass es auch klar ist, das Herr Sabel zwar seine Meinung vorträgt, aber mehr auch nicht.

Ich habe eine Meinung. Herr Sabel hat eine Meinung. Du findest die Meinung von Herrn Sabel möglicherweise ganz nett und meine Überzeugungen doof, aber darauf kommt es natürlich überhaupt nicht an.

Ich denke, ein grundsätzliches modernes Missverständnis ist es, dass Gott aus diesen oder jenen Gründen gewisse Eigenschaften haben müsste oder eben nicht haben müsste, um Gott zu sein. Ein moderner Gott hat weder zornig noch eifersüchtig noch sonst etwas zu sein, sondern allein reine Liebe. Beziehungsweise reines Licht. So ungefähr geht vermutlich das Denken von vielen Leuten, außerhalb streng 'dogmatischer-kirchlicher' Kreise. [Nur 'ne Bemerkung, solche Kreise existieren meiner Ansicht nach überhaupt nicht mehr, höchstens noch einzelne Theologen]. Der Punkt ist, an so einen Gott glauben die Leute natürlich gerne, weil er ja nur Liebe will und sonst nix, nur ist dass dann leider nicht mehr der biblische Gott.

Was ist dass dann für ein Gott, denn man sich nach eigenen Vorstellung zurechtlegt, um an ihn glauben zu können? Es ist vor allem ein Gott, der die Leute nicht mehr berührt. Bei uns in der katholischen Kirche sind inzwischen 90% der Katholiken Karteileichen und vom Rest sind 2/3 <60 Jahre alt. Und das ist [unter anderem] das Ergebnis von 40 Jahren Katechese wie der von Wolfgang Sabel. Der Gott der Stuhlkreise und gestalteten Mitte erzeugt heute nur noch das große Gähnen.

Womit du Recht hast, es gibt natürlich Gemeinschaften, die sich auch ohne strenges Verständnis der Eucharistie sich als Gemeinschaft erhalten haben. Aber die haben wohl auch deswegen überlebt, weil sie ein ernsthaftes Verhältnis zur Schrift gepflegt haben. Wer die Bibel in Beliebigkeit dekonstruiert -wie in der modernen 'wissenschaftlichen' Theologie- und gleichzeitig das gemeinsame Grundlage der Eucharistie in die Tonne tritt, auf was für einer Ebene will er den noch Gemeinschaft haben? Wir haben uns alle ganz toll lieb, weil Jesus uns ja auch so lieb gehabt hat?

Montag, 10. Januar 2011

Credo apostolicam Ecclesiam

Im Glaubensbekenntnis sprechen Christen von der 'apostolischen' Kirche. Was findet sich darüber in der Bibel? Teil 3 von sola scriptura.


Joh 15,16: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt
Joh 20,21: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Lk 22,29: Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat
Joh 10,16: Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind
Lk 22,32: Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.
Joh 21,17: Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Eph 4,11: Und er gab den einen das Apostelamt.
Tit 1,5: Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst 
Mt 28,18: Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern

Frauenordination

Die Presse kann über die Katholica nicht nur negativ berichten, hier als Gegenbeispiel die rührende Berichterstattung über ein katholische Priesterin und ihren heroischen Kampf gegen das  Böse in Gestalt der offiziellen katholischen Kirche. Es gibt natürlich auch die gute, basisdemokratische Kirche vor Ort und die hat mit der Frauenordination keine Probleme, etwa hier in einem Interview noch einmal weiter ausgeführt.


Christine Mayr-Lumetzberger hat in einem Punkt Recht, bei der ganzen Diskussion um die Frauenordination versteht der 'normale' Katholik im Blick auf die Praxis der Frauenordination in den nachreformatorischen Gemeinschaften nicht, warum selbiges in der katholischen Kirche unmöglich ist.


Um ehrlich zu sein, ich selber habe mit der Frauenordination in den protestantischen Gemeinschaften überhaupt kein Problem. Die Protestanten haben sich im Lauf ihrer Geschichte von allen 'mystischen' Bestandteilen in ihrer Liturgie getrennt und der protestantische Gottesdienst und die Funktion des Vorstehers in dieser Liturgie sind etwas anderes, als eine katholische hl. Messe und ein Presbyter. 


Vereinfacht gesagt organisiert der protestantische Pastor den Gottesdienst und er lehrt, d.h er hält eine Predigt. Irgendwelche seltsame Wandlungen oder sonstigen Transsubstantiationen finden ja dort nicht statt: Die protestantische Liturgie kennt weder das Heilige Mysterium noch wird dieses Geheimnis gespendet, sondern das ganze ist ein frommes Theater, bei dem die Gemeinde die Geschichte des Abendmahles nachspielt und anschließend diese geistige Erfahrung symbolisch bei Traubensaft und Brot miteinander teilt. 


Der protestantische Pastor ist in erster Linie ein geistiger Ratgeber, Organisator des Gemeindelebens und Lebens-Begleiter der Gemeindemitglieder und folgerichtig spricht überhaupt nichts dagegen, dass auch Frauen diesen Dienst leisten können. 


Wenn man's genau nimmt, gibt es diesen Dienst auch in der katholischen Kirche und nennt sich 'Pastoralreferentin' und erfüllt die fast identische Aufgabe. Ich war in genug Wortgottesdiensten, bei der eine Frau gepredigt hat, als das ich da noch einen großen Unterschied zur protestantischen Mahl-Feier sehen würde. Und angesichts des wegbröckelnden Priesternachwuchses wird in Zukunft der Wortgottesdienst wohl eh katholische Normalität werden - die von einem Priester gefeierte Eucharistie dagegen die totale Ausnahme.


Wer Ökumene als Projekt versteht, die katholische Kirche in allen ihren Ausprägungen protestantisch zu machen, wird natürlich die Frauenordination zu seinem Lieblingsprojekt erheben, weil sich hier vielleicht noch am deutlichsten konfessionelle Unterschiede ausmachen lassen. Das katholische Lehramt rückt nämlich skandalöserweise nach wie vor nicht von der uralten und bis in die erste Tage des Christentums zurückgehende Ansicht ab, dass in der Feier der hl. Messe mehr als nur Heiliges Theater stattfindet.


Und das ist dem WisiKi-Katholik naturgemäss ein Dorn im Auge. Frauenordination ist im Grunde nur die Brechstange, die über die Forderung nach "Gleichberechtigung"den gesamten Charakter der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche hin zu einer protestantischen Teilkirche verändern soll.


Sorry, wenn ich das nicht im rechten ökumenischen Geist formuliere, aber die Protestanten haben bewusst & gewollt das hl. Altarsakrament weggeworfen. Sie kennen nicht die Eucharistie, keine Liturgie, sie kennen die Kirche nicht. Darum sind sie denn freilich auch nicht 'evangelikal', denn vom Evangelium haben sie weggetan, was uns tatsächlich Mittel des Heils sind. Da bleiben bloß Moral und Eschatologie, wenn überhaupt. 


Ein hartes Brot.


Ich glaube, in der katholischen Kirche wird die Diskussion um die Frauenordination nie aufhören, dazu ist der Geist der Welt viel zu mächtig. Auch wenn man's gerne glauben möchte, aber nicht nur die WisiKi-Gerontokraten fordern dass. Auf allen möglichen Ebenen wird gebohrt und gewühlt und das wird irgendwann auch 'Erfolg' haben. Ich bin etwa davon überzeugt, die DiakonInnen-Weihe von Frauen wird irgendwann in den nächsten 20 Jahre kommen. 

Jesus kündete das Reich Gottes an und gekommen ist die Kirche

Der berühmte Satz 'Jesus kündete das Reich Gottes an und gekommen ist die Kirche' stammt vom französischen Modernisten Alfred Loisy und wird heute meistens so verstanden, das alles was mit Kirche, Gemeinde, Institution oder Liturgie zu tun hat, grundsätzlich unbiblisch ist. Teil 2 von sola scriptura, die Kirche ist der Leib Christi.

Kol 1,18: Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
1.Kor 12,20: So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib.
Eph 5,30: Denn wir sind Glieder seines Leibes.
Röm 12,5: So sind wir, die vielen, ein Leib in Christus.
1.Kor 6,15: Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?

Samstag, 8. Januar 2011

Bald kirchliche Seelsorge via Facebook?

Hier ein schönes Beispiel, wie sich die offizielle Kirche die Sache mit dem Internet vorstellt. Das ist in dem Fall zwar eine evangelische Landeskirche, aber das lässt sich 1 zu 1 auf die katholische Kirche übertragen. Wunderbar, wo in dem Fall das eigentliche Problemfeld gesehen wird, es sind nämlich noch dicke Bretter zu bohren, damit in diesem Bereich mehr Personal eingestellt wird. 

Gut, es geht also um Stellen & Kohle, dass ist legitim, aber wird wohl enden wie immer, etwa hier. Das ist eine mit viel Geld und Stellen aufgebaute Seite und seltsamerweise gehe ich da _nie_ drauf. Warum wohl? Kurzantwort, weil sie dröge, langweilig und Tod ist. Wenn ich etwas über die katholische Kirche erfahren will, dann kann man die offizielle Seite der katholischen Kirche vergessen.

Soziale Systeme im 'Internet' lassen sich nicht von oben herab per Stellenauschreibung und Organigramm verwalten. Sondern sind selbstorganisierend. Und dazu muss man ausprobieren, braucht einen gewissen Spieltrieb, muss auch mal Mut zu was haben. Was es eher nicht braucht, ist ein 'Internetbeauftragter'.

sola scriptura


Was meint eigentlich die Schrift zur Ökumene? Wollte Jesus eine Braut -mit der von ihm gegründeten Kirche- oder wirklich ein Harem von weltweit 120.000 protestantischen Gemeinschaften?

Joh 10,16: Dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Röm 16,17: Wer Spaltung und Verwirrung verursachen: Haltet euch von ihnen fern!
1. Korinther 1,10: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch.
Eph 4,4: Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist.
Phil 2,2: Dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig.
Röm 15,5: Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit.
Joh 17,21: Alle sollen eins sein.
Joh 17,23: So sollen sie vollendet sein in der Einheit.
1. Kor 12,13: Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.
Röm 12,5: So sind wir, die vielen, ein Leib in Christus.
Kol 3,15: Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes

Freitag, 7. Januar 2011

Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet

Wenn es etwas gibt, was die ganze Absurdität unserer Kirchensteuer-Kirche demonstriert, so sind es Institute wie das "Deutsche Liturgische Institut", das mit seiner "Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet", die Rechte an den liturgischen Texten des großen Stundenbuchs besitzt und bis jetzt sowohl jeden Versuch erfolgreich vereitelt hat, die Tagzeitenliturgie Laien zugänglich zu machen -etwa über ein App oder online- als auch in Zukunft kein Bedarf darin sieht.

Wenn ich für mich -zusammen mit der ganzen Kirche- die Vigil am Morgen bete, stelle ich mir manchmal vor, was für neue Kraft unsere Kirche bekommen könnte, wenn wieder mehr Menschen den Rhythmus des Tageszeitengebetes entdecken würden. Es gibt das Stundenbuch inzwischen online in Latein, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch und was weiß ich und ich habe auch selber erlebt, dass in Italien viele Laien allein oder in Gruppen das ganze oder auch nur Teile vom Stundengebet beten, wie es im Sacrosanctum Concilium es II. Vatikanischen Konzils heißt:

100. Die Seelsorger sollen darum bemüht sein, daß die Haupthoren, besonders die Vesper an Sonntagen und höheren Festen, in der Kirche gemeinsam gefeiert werden. Auch den Laien wird empfohlen, das Stundengebet zu verrichten, sei es mit den Priestern, sei es unter sich oder auch jeder einzelne allein.


Und bei uns im dem von der Kirchensteuer fetten & reichen Kirche, sieht ein von der deutschen Bischofskonferenz getragenes Institut kein Bedarf darin, auch Laien in einfacher Form das Stundenbuch zugänglich zu machen. Ich denke mir -leider- immer, je früher das Kirchensteuer-System bei uns zusammenbricht und diese ganzen nutz.- wie sinnlosen Institute, Akademien, 'Bildungshäuser' et all verschwinden, desto eher hätte der Glauben wieder eine Chance.

Das ist natürlich polemisch. Überzogen. Ungerecht. Bestimmt gibt es irgendwo ganz tolle Dinge, die dieses Institut macht. Ich hab's nur leider noch nicht entdecken können. Ist also mein Fehler. Immerhin kann man ja glasklar feststellen, dass seit der Gründung dieses Institutes 1947 die katholische Liturgie in Deutschland eine ununterbrochenen Aufschwung erlebt hat, also tiefer, reicher, innerlicher in das Geheimnis unseres Erlösers führt, oder?