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Mittwoch, 26. Januar 2011

Der Sämann

In der heutigen Lesung gibt's eine seltsame Stelle, in der Jesus über denen da, die draußen sind spricht und seinen Jüngern erklärt, warum er ihnen nur Gleichnisse gibt:

"damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünden vergeben werden" Markus 4,12

Das ist unschwer als Zitat aus Jesaja 6, 9-10 zu erkennen: 

Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!

In der Vision von Jesaja spricht das einer der Seraphim. Es wird weiter gesagt, dass die Blindheit des Herzens so lange anhalten wird, bis die Städte verwüstet und das Land öde & leer ist. Jesaja wird zwar losgeschickt und gleichzeitig wird ihm der Misserfolg seiner Mission vorhergesagt. Das ganze ist also eine ziemlich hoffnungslose Situation. Auf selbige bezieht sich Jesus.


Das Gleichnis vom Sämann sieht zunächst einmal so schön einfach aus. Jeder scheint es verstehen zu können und jeder möchte natürlich auch der 'gute' Boden sein, der SEin Wort & Wahrheit aufnimmt und tausendfache Frucht bringt und so weiter. 


Nur: Jesus scheint erhebliche Zweifel darüber gehabt zu haben, ob er verstanden wird, genau genommen ging er wohl eher davon aus, dass er die 'Fettheit' des Herzens nicht durchdringen wird. Selbst seine Jünger verstehen ihn nicht, also die, die ihm am nächsten waren. Und warum sollte es heute anders sein? 


Jesus ist mir ein Fremder. Ich sitze hier in unserem scheiß-reichen Europa im reichsten Land von allen und scheinbar dreht's sich nur noch um den eigenen Bauchnabel.



HErr, nimm von mir die Fettheit meines Herzens.


just my 2 cent

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