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Montag, 24. Januar 2011

Gods Sabbath

Zum morgigen Fest der Bekehrung des hl. Paulus wurde ich gefragt, was ich davon halte Der Text findet sich auf dieser Homepage:


http://www.gods-sabbath.de/

Vieles davon ist natürlich reiner Quatsch, etwa das Christen Paulus als Gott anbeten würden. Das ist überdrehte Polemik und imho Ausdruck von einem eher verwirrten Geist - einer ernsthaften Auseinandersetzung nicht würdig.
 

Was aber interessant ist, wie sich hier jemand aus 'frei' flottierende Themen quasi ein synkretistischen Glauben neu zusammenbastelt.


Ausgangspunkt ist -wie eigentlich immer- dass die Kirche, respektive Paulus, die Absichten und Vorstellung des jüdischen Rabbi Jesu verfemt & verfälscht hat und grundsätzlich lügt. Die gesamte Kirchengeschichte leidet unter diesem 'falschen' Anfang und man muss also tabula rasa machen, ganz von vorne anfangen und so weiter und so weiter.

Der Jude Paulus -der den inneren Jesus entdeckt hat- war demnach der Erzschurke, der diese Fälschungen in die Welt gebracht hat. 2. Korinther 5, 16: So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch; wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. 'Nach dem Fleisch kennen' heißt, jemandem nur nach den äußeren Verhalten & Merkmalen zu kennen.

Paulus hat sich im Herzen zu Christus Jesus bekehrt. Diese innere Nähe zum Christus ist es, die wohl bei vielen bis heute die Angst vor ihm erzeugt. Nähe macht Angst. Der ferne & abstrakte Jesus, den man in der Schrift so wunderbar auslegen kann, ist viel pflegeleichter.

Paulus war alles, nur nicht handzahm. Er hat Jesus auch nicht in der Schrift gefunden. Die gab's nämlich zu der Zeit noch nicht. Paulus kannte die Worte, die Jesus beim Letzten Abendmahl gesprochen hat. Woher? Doch wohl durch die lebendige Überlieferung oder? Und diese Überlieferung wurde anschließend von ihm verfälscht und aus dem Rest wurde die Kirche.
Nur am Rande: Was wäre eigentlich aus dieser Überlieferung ohne die Kirche geworden?

Aber egal. Der Punkt ist, so wie in diesem Text, stellt sich also jemand den hl. Paulus vor, der es selber vermutlich ablehnt, christlich zu sein. Alles ist falsch, die gesamte Überlieferung, Tradition & Herkommen, folglich muss man etwas neues schaffen.

Raus kommt imho ein synthetischer Glauben, denn so noch nie jemand geglaubt hat. Et voilà, eine neue Kirche ist entstanden! Zusätzlich zu den 120.000 Kirchen, die es eh schon gibt. Und alle sind davon überzeugt den wahren, wirklichen und echten Jesus zu verehren.

Das ist natürlich zynisch und übertrieben. Ich weiß das. Aber ich seh's trotzdem so. Ich stehe gerade nicht im rechten ökumenischen Geist. Tut mir leid.

1 Kommentar:

Giovanni hat gesagt…

armseliger Schwachsinn...und wieder einmal ein gebürtiger Wiener involviert....

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