Seiten

Dienstag, 25. Januar 2011

Inflationäre Wortmacherei

Ich weiß nicht, ob es in der Schweiz andere Hochgebete gibt als im Rest der katholischen Kirche -gab's nicht mal so etwas wie die 'Schweizer Hochgebete' für besondere pastorale Situationen?- aber irgendwie hat sich das Hochgebet heute morgen in der Frühmesse verdächtig selbstformuliert angehört. Wobei auffällig war, dass in diesem Gebet alles mögliche erwähnt worden ist, erstaunlicherweise nur nicht das Opfer Jesu Christie.


Den Leuten bemerken so etwas scheinbar gar nicht mehr. Sie hören imho eh nicht mehr zu, was der Priester da konkret betet. Zu viele Worte. Das mag ja alle nett gemeint sein, aber wenn mehr als vier oder fünf komplizierte theologische Lieblings-Konstruktionen in einem einzigen Hochgebet verbraten werden, dann ist das Überforderung.


Eine Gottesdienst sollte frei von Überraschungen sein. Je liberaler der Pfarrer, desto ausgelieferter ist man meiner Meinung nach dessen Willkür. Was soll ich machen? Nach der hl. Messe in die Sakristei wanzen und den Priester bitten, beim nächsten mal doch Bitte Bitte ein approbiertes Hochgebet zu benützen? Und seine inflationäre Wortmacherei vielleicht a bisserl einzuschränken?


Käme ich mir doof vor. Undankbar. Immerhin hat dieser Priester mir heute morgen den wahren und wirklichen Leib Christie gereicht, dafür will ich dankbar sein.

1 Kommentar:

jos.m.betle hat gesagt…

Leider ist tatsächlich das viele Gerede (eigenes Gequatsche)in der Messe ein Grund für die Misere. Hier bei uns: von Anfang bis Ende mindestens drei- oder viermal was eigenes, dazu kommen Präfationen und Hochgebete, die ich noch nirgends gelesen habe. Deswegen gehe ich, wenn nur irgend möglich, "außerordentlich".

Kommentar veröffentlichen