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Sonntag, 30. Januar 2011

Pektorale

Heiligenkreuzer Pektorale von 2009 

Um nicht immer nur alles schlecht zu reden, ein -aus meiner Sicht- gelungenes Beispiel für einen 'modernen' liturgischen Gegenstand, ist das neue Pektorale des Abts von Heiligenkreuz, z. Z. noch Abt Gregor Henckel von Donnersmarck. Über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe dieser ungewohnten Symbolik bloggt hier der Künstler selber.

Von dem Pektorale findet sich hier eine Großaufnahme. In einer Meditation über das fragmentierte Kreuz in Einheit mit dem Davidstern fand ich die Darstellung zuerst ... unpassend, aber langsam erschließt sich mir die große Tiefe dieses Werkes. Da ist nicht nur künstlerischer Gestaltungswille, sondern es wird eine 2000jährige Geschichte erzählt, mit dem Reliquiar als dramatischer Kontrapunkt.

Im Vergleich dazu das alte Pektorale:
Abt Gregor Henckel von Donnersmarck

Das ist natürlich auch ein schlichtes & schönes Kreuz aus einer Zisterzienserabtei, das Kreuz allein lädt immer zur Betrachtung ein. Aber das neue Pektorale besitzt etwas, was jede gute Kunst besitzt, wenn sie im Glauben verankert ist, nämlich 'Tiefe'.

Kommentare:

Quodvultdeus hat gesagt…

Sorry, aber ich kann mich einfach den Eindruck nicht erwehren, der mich an ein bestimmtes anderes Kreuz erinnert, wenn ich dieses Kreuz sehe. Weil es eben nicht symmetrisch ist und der Davidstern darauf zu sehen ist, den es auch schon vor siebzig Jahren in orange als Diskriminierungszeichen gab... Hätte man da nicht etwas vorsichtiger sein können?

Benjamin Benoni hat gesagt…

@ Quodvultdeus

Wie ich's geschrieben habe, ich hatte mit diesem Pektorale am Anfang auch meine Probleme.

Was mich dazu gebracht habe, mich näher damit zu beschäftigen, waren die Heiligenkreuzer Zisterzienser, die ich immer als absolut glaubenstreu und fest in der Katholika verankert erlebt habe. Die Geschichte der hl. Edith Stein ist über ein Reliquar mit diesem Kreuz verbunden und es gibt meines Erachtens keinen Grund, dass in einem 'falschen' Zusammenhang gestellt zu sehen.

Ich find's gelungen, aber wie bei jeder Kunst liegt die Schönheit im Auge des Betrachters. Diese Pekorale gibt sicherlich auch Anlass zur Kritik. Gut so. Es soll ja nicht glatt einfach so konsumiert werden.

Florianus hat gesagt…

ich finds auch nicht so toll ... aber über geschmäcker lässt sich wohl streiten ... mal schaun ob's der neue Abt übernimmt ...

informator hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
informator hat gesagt…

das judentum stellt die wurzel des christentums dar, und das kreuz mit dem davidstern zu verbinden ist auch angesichts der heiligen teresia benedicta a cruce sehr sinnvoll. nicht als vereinnahmung, sondern reverenz. zudem ist p. raphael /wie üblich) ein auch aesthetisch ansprechendes kunstwerk gelungen.
ach ja, der herr abt hat das pectorale zum 10jährigen abtsjubiläum bekommen und es wird nicht an den nächsten abt weitergegeben

Benjamin Benoni hat gesagt…

@ informator

Danke für die Information, dass der Herr Abt das Pektorale als persönliches Geschenk bekommen hat, wusste ich nicht.

Was mich beim dem Pectorale am Anfang gestört hat, war, dass der Davidstern in meinen Augen inzwischen eher ein politisches als religiöses Symbol ist. Es IST natürlich Symbol für das Judentum an sich geworden, aber dass auch eher jüngeren Datums, also etwa seit dem Mittelalter.

Vielleicht geht's ja auch nur mir so, aber ich empfand Davidstern-in-zerbrochenen-Kreuz 'aufgesetzt'. Versöhnt hat mich das Reliquar, was das ganze tatsächlich zusammenbringt. Interessant finde ich es allemal und ästhetisch ansprechend auch.

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