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Freitag, 7. Januar 2011

Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet

Wenn es etwas gibt, was die ganze Absurdität unserer Kirchensteuer-Kirche demonstriert, so sind es Institute wie das "Deutsche Liturgische Institut", das mit seiner "Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet", die Rechte an den liturgischen Texten des großen Stundenbuchs besitzt und bis jetzt sowohl jeden Versuch erfolgreich vereitelt hat, die Tagzeitenliturgie Laien zugänglich zu machen -etwa über ein App oder online- als auch in Zukunft kein Bedarf darin sieht.

Wenn ich für mich -zusammen mit der ganzen Kirche- die Vigil am Morgen bete, stelle ich mir manchmal vor, was für neue Kraft unsere Kirche bekommen könnte, wenn wieder mehr Menschen den Rhythmus des Tageszeitengebetes entdecken würden. Es gibt das Stundenbuch inzwischen online in Latein, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch und was weiß ich und ich habe auch selber erlebt, dass in Italien viele Laien allein oder in Gruppen das ganze oder auch nur Teile vom Stundengebet beten, wie es im Sacrosanctum Concilium es II. Vatikanischen Konzils heißt:

100. Die Seelsorger sollen darum bemüht sein, daß die Haupthoren, besonders die Vesper an Sonntagen und höheren Festen, in der Kirche gemeinsam gefeiert werden. Auch den Laien wird empfohlen, das Stundengebet zu verrichten, sei es mit den Priestern, sei es unter sich oder auch jeder einzelne allein.


Und bei uns im dem von der Kirchensteuer fetten & reichen Kirche, sieht ein von der deutschen Bischofskonferenz getragenes Institut kein Bedarf darin, auch Laien in einfacher Form das Stundenbuch zugänglich zu machen. Ich denke mir -leider- immer, je früher das Kirchensteuer-System bei uns zusammenbricht und diese ganzen nutz.- wie sinnlosen Institute, Akademien, 'Bildungshäuser' et all verschwinden, desto eher hätte der Glauben wieder eine Chance.

Das ist natürlich polemisch. Überzogen. Ungerecht. Bestimmt gibt es irgendwo ganz tolle Dinge, die dieses Institut macht. Ich hab's nur leider noch nicht entdecken können. Ist also mein Fehler. Immerhin kann man ja glasklar feststellen, dass seit der Gründung dieses Institutes 1947 die katholische Liturgie in Deutschland eine ununterbrochenen Aufschwung erlebt hat, also tiefer, reicher, innerlicher in das Geheimnis unseres Erlösers führt, oder?

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Guter Beitrag!

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Das Motto dieser Einrichtung scheint "gerne futuristisch, aber niemlas fromm" zu sein.
Anstatt die "liturgische Grundversorgung" des gläubigen Volkes sicherzustellen, ergeht sich das DLI lieber in Veranstaltung von unbrauchbaren Gewändern und Geräten. Ich erinnere mich noch an eine solche Ausstellung in Krefeld, an die tollen Weihrauchfässer, die aus einer ca. 120cm langen Stange (schwarz-weiß gestrichen) und einer grashüpfergrünen Kugel bestanden. Teurer Designschrott!

Benjamin Benoni hat gesagt…

@ Laurentius Rhenanius

Diese Ausstellung in Krefeld muss ja was gewesen sein. Vor allem von dem unbrauchbaren Rauchfass habe ich jetzt schon mehrmals gehört :=). War wohl ein Eigentor vom DLI. Sie wollten modern und hipp sein und waren nur peinlich.

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