Seiten

Mittwoch, 26. Januar 2011

Wiedereinführung des säkularen Zölibats

Was leider zu wenige wissen, bis in die 50'iger Jahre gab es auch säkulare Formen des Zölibats, etwa im Dienstrecht für Lehrerinnen, bevor die sich mit Binnen-I- geschrieben haben. Erst Mitte der 50'iger hat als letztes Bundesland Baden-Würtemberg das Heiratsverbot für weibliche Lehrkräfte abgeschafft. In der Schweiz galt das sogar noch länger, bis in die 60'iger Jahre hinein.


Aus dieser Zeit ein Plädoyer der Zentrumspolitikerin Maria Schmitz für das Lehrerinnen-Zölibat:
"Die Lehrerin - wie wir sie gewünscht und erzogen haben - soll sich mit ganzer Kraft ihrem Beruf widmen. Sie soll ausscheiden aus dem Beruf, wenn sie erkennt, daß sie in die Ehe eintreten und einen anderen hochwertigen Beruf ergreifen soll. Sie soll, solange sie in der Schule steht, ungeteilt sein. Und sie soll aus diesem Erleben heraus die Fähigkeit haben, den Lehrberuf auch als Lebensberuf zu sehen, sich ihm für immer zu weihen, und sie kann das um so mehr, wenn sie in der katholischen Kirche steht, die ihr in der Lehre von dergottgeweihten Jungfräulichkeit einen herrlichen Fingerzeig, ja eine Verklärung für diese Ganzheitsaufgabe des Berufes gibt. Es ist eine soziale Tat unseres Vereins, wenn er von seinen Mitgliedern erwartet, daß gerade sie, die Volkserzieherinnen, nicht Ehe und Schuldienst miteinander verbinden. Sie sollen vorleben, was sie als soziale Entwicklung erwarten: die Wiedergewinnung der Frau ungeteilt für Familie… Unser Ideal ist die Verbindung christlicher Jungfräulichkeit mit dem Lehrerinnenideal. Die ist in einer Zeit, wo ein heiliger Radikalismus dem Radikalismus der Gottlosen gegenübergestellt werden muß, so zeitgemäß wie je“.


Gefällt mir, mit der war bestimmt nicht leicht Kirschen essen. 
Statt immer nur defensiv zu agieren, warum als Kirche nicht mal in die Offensive gehen? Ich stelle mir vor, wie die heutige Öffentlichkeit auf die Forderung reagieren würde, das Zölibat in seine säkularen Form wieder einzuführen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen