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Sonntag, 20. Februar 2011

Die Reise nach Ostern hin

Die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern hat sich seit der alten Kirche in zwei Teile gegliedert: die Vorfastenzeit und anschließend die 40tägige Fastenzeit. Während die Orthodoxen, Anglikaner und Protestanten die Vorfastenzeit [zumindest in der Theorie] noch kennen, wurde die Vorfastenzeit  in der katholischen Kirche im Zug der Liturgiereform 1970 abgeschafft.



Es ist ein sehr altes liturgisches Prinzip, dass Festkreise bereits lange vorher angekündigt und 'vorbereitet' werden. Dahinter steckt wohl ein gutes psychologisches Gespür für unsere menschliche Schwäche & Unvermögen, einfach 'so' unseren geistigen Zustand auf etwas einzustellen oder gar unser Verhalten zu ändern. Vor der Fastenzeit soll unsere Konzentration erst mal auf auf den Sinn des ganzen Unterfangens gelenkt werden.

Fasten bedeutet nicht asketischer Verzicht. Was 'fasten' eigentlich ist, will ich hier die nächsten '70' Tage in diesem Blog ausschließlich nachgehen. Also keine tagesaktuellen Betrachtungen zu-was-auch-immer und sei's noch so katholisch, sondern monothematische Konzentration auf die Reise nach Ostern hin.

Die Wirklichkeit meines christlichen Lebens ist leider nicht so, wie sie sein sollte. So weit bin ich mir selbst gegenüber ehrlich. Ich lebe nicht nur im 'Glaube, Liebe, Hoffnung', sondern lass mich von allem möglichem Schmarrn ablenken, lebe viel zu sehr 'in der Welt'. Jesus hat gesagt: Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Ich vergesse das immer wieder.

Heute ist der erste Sonntag der Vorfastenzeit, der Septuagesima. Im Introitus zur hl. Messe in der außerordentlichen Form wird durch Psalm 18, 5-7 auf ein Aspekt des kommenden Geheimnisses hingewiesen.

Die Fesseln des Todes umfingen mich, die Ströme Belials schreckten mich; die Fesseln des Totenreiches umschlangen mich, es ereilten mich die Fallstricke des Todes. In meiner Bedrängnis rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott; er hörte meine Stimme in seinem Tempel, mein Schreien vor ihm drang zu seinen Ohren.

1 Kommentar:

jos.m.betle hat gesagt…

Bei der Lesung in der Messe und vorhin im Kapitel der Sext:
Jeder, der sich am Wettkampf beteiligt, übt in allem Enthaltsamkeit. Sie tun es um einen vergänglichen, wir aber um einen unvergänglichen Kranz zu empfangen (1 Kor 9,25).
Benjamin ich bin gespannt, was Du uns in der nächsten Zeit zum Thema "Fasten" sagst.

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