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Mittwoch, 9. Februar 2011

Katholische Kirche: Ein Leichnam im barocken Gewand?

Der promovierte Theologe Dr. Dr. Alexander Görlach hat in TheEuropean einen Kommentar über das aktuelle Memorandum der 144 Theologen geschrieben: Ein Leichnam im barocken Gewand.

Vieles was er schreibt finde ich angreifbar, in einer interessante Beobachtung hat er allerdings imho Recht, dass nämlich Duktus & Vokabular des Textes dergestalt kodifiziert [sind], dass sich beide Seiten in totaler Abgeschiedenheit von der Gesamtgesellschaft aneinander abarbeiten können.


Der Diskurs um die Abschaffung des Zölibats & Frauenordination hat den Punkt der totalen Selbstreferentialität erreicht. Außerhalb innerkirchlicher Kreise wird ja nicht einmal mehr verstanden, worum es bei dem ganzen Streit überhaupt geht. Ich behaupte auch, die paar 'normale' Katholiken, die es noch gibt, interessiert das nicht. Es ist eine Auseinandersetzung mit reinen Schlagworten. Nikodemus hat das gestern meiner Ansicht nach gut ausgedrückt:

Die Kirchenpolitik ist maßgeblich durch eine scharfe Frontlage gekennzeichnet, wobei beide Lager der Ansicht sind, dass sie so sehr recht haben, dass sich weiteres nachdenken erübrigt.


Vor vielen Jahren hat Cyril Northcote Parkinson die Gesetzmässigkeiten solcher Diskurse versucht zu beschreiben. Eines der Parkinsonschen Gesetze lautet:


The matters most debated in a deliberative body tend to be the minor ones where everybody understands the issues.

[In Diskussionen werden die einfachsten Themen am ausführlichsten diskutiert, weil davon die meisten Teilnehmer Ahnung haben]

Der Umkehrschluss lautet:

All issues to argue a lot of people are not important.

[Alle Themen, um die viele Leute streiten, sind unwichtig.]

Über wichtige Themen wird nie öffentlich diskutiert. Darüber wissen nämlich zu wenig Leute Bescheid. Finde den Schluss von Nikodemus Beitrag richtig:

Lassen wir es also an uns vorüberziehen und konzentrieren wir uns auf das Wesentliche.

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