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Donnerstag, 3. Februar 2011

Nachtrag: Zölibat verteidigen

Es gibt sicherlich gute & verdienstvolle Argumente für das Zölibat. Nur: Das Zölibat ist keine Dogma. Das Zölibat lässt sich nicht wirklich biblisch begründen. Die Verbindung zwischen dem Presbytertum und der Ehelosigkeit ist nicht theologisch zwingend und auch kein originäres Glaubensgut. Punkt.

Das wissen die Gegner der katholischen Kirche ganz genau und das im Zölibat die Achillesferse der römisch-katholischen Kirche liegt. Dort ist die Kirche angreifbar. Wenn man einen verheirateten Ex-Anglikaner problemlos zum katholischen Priester weihen kann, warum dann nicht einen verheirateten schon-immer-katholischen ständigen Diakon? Das ist mit logischen Gründen nicht zu erklären, sondern nur noch mit der historischen Tradition - dass haben wir schon immer so gemacht, also machen wir es weiterhin so.

Ich weiß, dass den Gegner des Zölibats wohl eher nicht die Kirche am Herzen liegt, noch das es um die Vertiefung des Glaubens geht, sondern die katholische Kirche soll zur links-liberalen deutsch-katholischen Kirche umgebaut werden, mit dem GRÜNEN-Parteiprogramm als neuem Credo, inclusive dem Kampf-gegen-Rechts als Auftrag aller aufrechten Christen Rhabarber Rhabarber Rhabarber.

Trotzdem: Das Zölibat zu verteidigen ist imho sinnlos. Die links-liberalen 'Reformatoren' wühlen, graben und unterminieren diesen Punkt ganz bewusst, weil hier letztlich zwar viele Argumente ausgetauscht werden, aber zwingend notwendig für die Kirche ist das Zölibat nicht. Irgendwann wird es fallen -vielleicht als 'Versuch' für ständige Diakone mit abgeschlossenem theologischen Studium oder so etwas- und dann stehen sämtliche Verteidiger des Zölibats doof da, weil sie nun etwas vertreten müssen, was sie gestern noch als Gott-sei-bei-uns verdammt haben. Oder sie akzeptieren diesen Schritt nicht und machen eine forke zur katholischen Kirche oder gehen zur FSSPX oder was weiß ich.

Die Katholizität hängt nicht am Zölibat. Man kann es verteidigen und das ist verdienstvoll, aber wozu? Taktisch gesehen haben WisiKi et all. einen Plan, nämlich am schwächsten Punkt ununterbrochen anzugreifen, bis man dort den ersten Stein herausbricht, um darüber den ganzen Bau zum Einsturz zu bringen. Und daran arbeiten überall im Land tausende von Medienleuten, Religionslehrer/innen, Pastoralrefernt/innen mitsamt dem Geist der Zeit, der in dem Fall sogar die besseren Argumente auf seiner Seite hat.

Und was machen die glaubenstreue Katholiken? Nix, außer -wie immer- nur passiv lamentieren, lamentieren, lamentieren bis wieder mal eine Zitadelle genommen ist.

Warum sich so in die Defensive treiben lassen? Besser eine unhaltbare Stellung beizeiten aufgeben.

just my 2 cent

1 Kommentar:

Le Penseur hat gesagt…

Sehr treffende Kommentare zur Lage! Chapeau!

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