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Dienstag, 15. Februar 2011

Niemand tritt wegen dem lieben Gott aus der Kirche aus

Nach Memorandum und 'Pro Ecclesias' Gegenmemorandum frage ich mich: Wenn das Haus brennt, ist es dann wichtig zu wissen, wo genau die Kommode richtig steht? Im Grunde ist es mir völlig Wurscht, wer welche Strukturreformen wie auf den Weg bringt. Was ich ich will, ist in meiner normalen Ortskirche katholisch leben - nur werden da gerade 1000 Kraniche gefaltet und an den Altar gelegt; um den Umbau der Kirche zum 'Raum der Sehnsucht' zu begleiten. Oder irgendwie so was. Auf jeden Fall als Geschenk an die 'Götter' um gutes gelingen des Umbaus. Genauer will ich's gar nicht wissen, weil seit der Sache mit den Kranichen war ich nicht mehr in dieser Gemeinde.

Kann es sein, dass eine komplette Gemeinde der Häresie verfällt und die merken das noch nicht mal? Ich meine, dass Gegenmemorandum ist ja nett und gut gemeint und so weiter, aber 'halten Sie bitte die Liturgie in Ihrem Bistum im Blick'? ... hmmm ... 1000 Kraniche zu falten und auf den Altar zu legen ist nicht katholisch. Punkt. Das weiß sogar ich als absoluter katholischer Laie. Das sollte auch ein hochqualifiziertes Pastoralteam aus Pfarrer, Diakon, PastoralreferentInn und-was-weiß-ich bemerken. Und trotzdem ziehen die das durch. Warum? Über was soll man da noch einen 'Dialog' führen? Oder soll ich mich an die kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit wenden, so wie es das die 144 Theologen des Memorandums als Lösung vorschlagen? Ist eine korrekte katholische Liturgie einklagbar?

Ich weiß auch keine Lösung. Nur scheint mir ein Gegenmemorandum zum Memorandum nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Da wird um was gestritten, was schon lange nicht mehr existiert. Das Haus brennt.

just my 2 cent

Kommentare:

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

ICh halte das "Gegenmemorandum" unter einem Aspekt für nicht unwichtig. Hier melden sich neben den "hochgelahrten Damen und Herren" eine durchaus repräsentativ durchschnittliche Gruppe vom Adeligen bis zum Berufskraftfahrer, die von Kommissionsergebnissen und Schreibtischreformen langsam genug haben. Mich würde mal interesseieren, wieviele von denen, die dort unterschreiben, sich aus ähnlichen Gründen, wie Du sie bschreibst, seit "Jahrenden" aus den Gemeinden zurückgezogen haben.
Das Haus brennt, da gebe ich Dir vollkommen recht und manchmal glaube ich, der Kampf gegen die Flammen ist schon verloren, wenn ich des Sonntags in den Kirchengemeinden unterwegs bin.

Benjamin Benoni hat gesagt…

@ Laurentius Rhenanius

Sehe ih ähnlich. Gestern hat mich in der Arbeit -völlig unabhängig von der Bloggerei- eine Kundin auf das 'pro ekklesias' Gegenmemorandum angesprochen und erzählt, dass sie seit Jahrzehnten darauf wartet, dass mal ihre eigene Sichtweise irgendeinen Ausdruck in der katholischen Kirche gewinnt. Sie ist die letzten 20 Jahren innerhalb der Kirche nur immer mit 'Kirchenvolksbegehren' und ähnliches konfrontiert worden, aber sie selber hat sich da nie wiedergefunden. Sie fand das befreiend. Nur ist sie seit Jahren schon nicht mehr in ihrer regulären Gemeinde, sondern bei der FSSP.

Das Gegenmemorandum ist ein guter Einstieg. Aber es braucht mehr. Mit der Produktion von Papier kann man kein Feuer löschen.

Freude im HErrn

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