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Donnerstag, 17. Februar 2011

Warum bleibt vom Religionsunterricht so wenig hängen?




Prof. Sabine Pemsel Maier, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe über die Frage, warum eigentlich vom Religionsunterricht so wenig hängen bleibt.

Was mir neu war, konfessioneller Religionsunterricht betreibt angebliche keine Katechese. Ist das wirklich so? Ich meine, im Grunde ist das ja schon die Antwort. Wenn der Religionsunterricht keine Glaubensinhalte vermittelt und das ganze damit überhaupt erst eine Professionalisierung des Religionsunterrichts möglich macht, dann geht's halt nicht um die Schrift, Glaubensaussagen des katholischen Lehramtes oder um eine tieferes Verständnis von IHM, sondern um Klimaerwärmung, soziale Gerechtigkeit und Gender. Böse gesagt.



So habe ich zumindest meinen eigenen Religionsunterricht erlebt. Ich glaube, in meinen 13 Jahren im schulischen Religionsunterricht wurde nicht ein einziges mal über ein explizit religiöses Thema geredet. Macht aber nichts, immerhin weiß ich jetzt alles über die böse & kapitalistische USA und dem Kampf um die Befreiung der geknechteten Massen. Hat aber nichts mit dem Kreuz zu tun.

Der Rest meiner religiösen Sozialisation erfolgte in einer Sonntagsschule, wo alles das betrieben wurde, was Frau Prof. Sabine Pemsel Maier als Gottseibeiuns ansieht, etwa auswendig lernen. Wovon ich übrigens heute noch profitiere. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich nicht als Katholik aufgewachsen bin.

Ach ja, warum ich das hier einstelle. Prof. Sabine Pemsel Maier ist eine ErstunterzeichnerInn des Memorandums Kirche 2011, ein notwendiger Aufbruch.

Kommentare:

Vincentius Lerinensis hat gesagt…

Huch?! Religionsunterricht soll im besten Fall zum Glauben führen? Und mehr kann er nicht leisten?

Mist, das erklärt einiges. Ich war da einfach falsch. Warum aber wurde ich als praktizierender Katholik an einer katholischen Schule zur Teilnahme an einem Unterrichtsfach gezwungen, das ein Ziel hatte, das bei mir mehr oder weniger schon erreicht war (zumindest von der Grundentscheidung her)? Sonst wäre ich Diasporakind doch nicht auf eine katholische Schule gegangen?!

Na gut, positiv gesehen spricht sie von der Realität, daß tatsächlich eine große Zahl von getauften Kindern und Jugendlichen nicht die leiseste Ahnung vom Glauben haben. Die brauchen Erstverkündigung, und wenn die im RU erfolgt, ist das nicht das Schlechteste. Dann müßte man aber die, die (noch) einen entsprechenden Hintergrund haben, von den anderen getrennt katechetisieren, sonst reproduziert man für die nächste Generation genau die Ahnungslosen. Denn irgendwann werden viele der Kinder und Jugendlichen doch auch mal Eltern sein...

Benjamin Benoni hat gesagt…

@ Vincentius Lerinensis

Zitat aus dem Video:

"Beim RU bleibt etwas hängen, wenn Kinder und Jugendliche mit etwas konfrontiert werden, was sie völlig irritiert."

Bei solchen Aussagen stelle ich mir vor, was passieren würde, wenn man Kinder & Jugendliche einmal mit dem Katechismus der katholischen Kirche konfrontieren würde und dass die Art & Weise, wie Lehrer, die Gesellschaft oder Medien die Wirklichkeit beschreiben, nichts mit dem authentischem Lehramt der katholischen Kirche zu tun hat. Sondern das ein Hiatus zwischen dem besteht, was die Gesellschaft für gut & richtig erklärt und was die Kirche seit 2000 Jahren als richtig lehrt. Aber das passiert natürlich nie, der Katechismus wird -wenn überhaupt- nur in polemischer Absicht zitiert.

Oder noch besser, die gesamte Klasse besucht in der Jahrgangsstufe 10 einmal die Messe im außerordentlichen Ritus. Ich denke, etwas 'irritierenderes' zur üblichen Veranstaltung in den Pfarrgemeinden gibt es gar nicht.

Aber ich vermute einfach mal, dass meint Frau Prof. Sabine Pemsel Maier nicht. Bei uns im RU wurde über Homosexualität als gelingende Lebensentscheidung diskutieret, über unsere Verantwortung bei der Ausbeutung der 3. Welt, über Rassismus et. all. Also genau das, was in sämtlichen links-liberalen Weltbildern als wichtig & drängend vorherrscht. Über Gott wurde nie gesprochen.

Gerechterweise muss ich aber dazusagen, dass war im evangelischen RU, vielleicht ist das im katholischen RU anders [glaube ich allerdings nicht wirklich]. Der 'normale' Schüler dürfte in seiner Schullaufbahn so um die 750h RU ausgesetzt sein und da bleibt am konkreten Wissen über die katholische Kirche -meines Erachtens- fast NIX hängen. Wie kann das sein? Frau Prof. Sabine Pemsel Maier hat da auch keine Antwort drauf. Wenn sie ehrlich wäre müsste sie sich eingestehen, dass ihre gesamte pädagogischen Ansätze gescheitert sind.

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